Sharknado (2013)

Sharknado (2013)

Sharknado – Genug gesagt!

Sharknado (R: Anthony C. Ferrante, US 2013, 86min)

Ampel - Grün

Now I really hate sharks, too. 
(Matt)

Badesaison vor Los Angeles. Zahlreiche Besucher tummeln sich an den Stränden, genießen den Sonnenschein, das Meer, die Wellen. Doch ein Gewitter zieht auf. Ein Jahrhundertsturm treibt unzählige Haie an die Küste, wo ein Badegast nach dem anderen den gefräßigen Angriffen der mordlustigen Bestien zum Opfer fällt. Doch der Strand ist erst der Anfang…

Viele Fragen wirft dieser Streifen auf. Wieso fressen die Haie den Typ im knietiefen Wasser, aber nicht den Hauptdarsteller im offenen Meer? Warum schwankt die Helligkeit des Tageslichts so sehr? Was war das für ein komischer Chinese und Schiffskapitän am Anfang? Wurden die Visual Effects tatsächlich mit Paint erstellt oder sehen sie nur so aus? Wie können Haie durch Straßen schwimmen, in denen nicht einmal Autoreifen vollständig untertauchen? Wo kommt das ganze Wasser im Haus der Ex-Frau her? Warum scheint trotz angeblichem Jahrhundertsturm die meiste Zeit die Sonne? Wie kann Ian Ziering sekundengenau die Wellen vorhersagen? Und, und das ist die wichtigste von allen Fragen, wie um alles in der Welt kann man die Unverschämtheit besitzen so ein Werk zu produzieren und dafür auch noch Geld zu verlangen?

Wenn das produzierende Studio nicht ohnehin The Asylum wäre, könnte man dies als Betrug am Arbeitgeber ansehen. Regie und Drehbuch sind so dermaßen unterirdisch, dass keine Gage hierfür niedrig genug wäre. Diese einzigartige Inkompetenz führt dazu, dass nicht die zahlreichen Logiklöcher, Anschlussfehler oder sonstige Peinlichkeiten auffallen, sondern die wenigen gelungenen Einstellungen. Wohlgemerkt, Einstellungen, nicht Szenen oder gar vollständige Sequenzen. Aber was wirklich traurig ist: Regisseur Anthony C. Ferrante lieferte hier nicht etwa einen Debutfilm ab, sondern bekommt seit fast zehn Jahren ein teilweise beachtliches Budget für im besten Fall semiprofessionelle Ergüsse.

Getoppt wird das einzig nur noch von den abgrundtief schlechten Dialogen. Und schlecht bedeutet in diesem Fall nicht trashig, unausgereift, unfreiwillig komisch. Schlecht bedeutet hier mindestens drei Stufen unter X-Diaries und Gute Zeiten, schlechte Zeiten, es bedeutet, dass es Fremdschämfaktor gar nicht erst zustande kommt, da man von deren Peinlichkeit überrascht ist. Das absolute Highlight ist die pathetische Ansprache der Kellnerin über den Verlust des Großvaters und der enthusiastische Ausruf des postpubertären Möchtegernhelden, auch er hasse nun Haie. Kaum ein Satz kommt den vermeintlichen Schauspielern, und es sind durchaus einige nicht unbekannte Namen dabei, glaubhaft über die Lippen. Tara Reid beispielsweise, war sie in Cruel Intentions (1999), American Pie (1999) und auch Scrubs ziemlich gut und teils echt scharf, scheint sie in den letzten Jahren um mindestens fünf Entzüge und zwanzig Jahre gealtert zu sein – und hat nebenbei noch jegliches Talent verloren. Einzig John Heard kann gelegentlich Ansätze eines Schmunzelns erzeugen, der restliche Cast erzeugt nur Unglauben und Staunen. Das ist aber natürlich noch nicht alles, gibt es noch weitere sensationell schlechte Höhepunkte, wie das wildgewordene Riesenrad oder die Säge-Hai-Action am Ende des Filmes.

Fairerweise muss man aber zugeben, dass der Soundtrack ein Stück enthielt, das ganz gut klang und dass die Idee eigentlich einen ganz coolen Film abgeben könnte. Aber ein Minimum an Kompetenz wird nun mal benötigt, auch wenn das Ergebnis nur Trash sein soll.

Sharknado (2013) ist so schlecht, dass er zu schlecht ist um wieder gut zu sein. Nicht einmal mit der Whiskey-Flasche in der Hand macht es Spaß ihn zu sehen, es werden vermutlich täglich bessere Streifen in Grundschulvideo-AGs erstellt. Das Budget, es soll immerhin 1.000.000 $ betragen haben, wäre wohl besser in die Weiterbildung der Mitarbeiter gesteckt oder gespendet worden – oder die Firma hätte es einfach verbrannt, was wohl ein unterhaltsameres Schauspiel gewesen wäre.

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9 Kommentare zu “Sharknado (2013)”

  1. Sollte man solchen Filmmüll noch dadurch adeln das er auf dem selbsternannten Spielfilmsender Tele5 gezeigt wird, die beiden Spaßmacher brüllen sich zwar die Seele aus dem Leib, aber solche Art von Filmen sollte doch das Schicksal ereilen im Archiv zu vermodern und nicht dem Publikum zugemutet werden. Es gibt so viele gute Filme die nie gezeigt werden, da sollte man als Spielfilmsender nochmal ordentlich drüber nachdenken!

  2. Pingback: Mighty-Movies

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