Homefront (2014)

Homefront (2014)

Homefront

Homefront (R: Gary Fleder, US 2013, 100min)

Ampel - Gelb

You see the house? That's my fuckin house,
 anyone who comes around it again will find me standing in it.
 (Phil Broker)

Ex-Cop Phil Broker will nur seine Ruhe haben. Zurückgezogen in einem idyllischen Landhaus, vor irgendeiner beschaulichen Kleinstadt, mit Tochter Maddy gemeinsame Ausritte genießen, vielleicht einmal angeln gehen, fernab der Großstadt und Gewalt, weit weg von der Gefahr als Undercover-Drogenfahnder. Doch das kleine Städtchen ist bei weitem nicht so beschaulich wie der erste Blick versprach und auch Broker wird von der eigenen Vergangenheit nicht so leicht losgelassen.

Hätte ein ziemlich guter Film werden können – ohne Jason Statham. Denn der wirkt permanent fehl am Platz. Ist es am Anfang noch nur die unfassbar schlecht sitzende Perücke, wird es später die Person Statham, die der Qualität des Filmes mehr schadet, als nutzt. Kann ihm die Rolle als Familienvater mit viel Wohlwollen noch abgekauft werden, ersticken aber seine (seltenen) Actionszenen jegliche Spannung bereits im Keim. Sei dies dem Versagen von Regie und Drehbuch oder dem Ego Stathams geschuldet, die Fähigkeiten seines Charakters stehen im krassen Gegensatz zu den ernsten Grundzügen und rauben der Geschichte vollständig ihre Glaubwürdigkeit. Es ist vollkommen okay, wenn der Ex-Cop die Schlägertruppen der Stadt aufmischt. Nur sollte er nicht Spiderman-gleich jedem Schlag ausweichen und seine Gegenüber in sekundenschnelle überwinden, es sollte dreckiger, ruppiger zur Sache gehen, dem Neuen muss zumindest die Nase gebrochen oder ein Auge blau geschlagen werden. Aber so, wie sie gezeigt wurden, sind die Kämpfe allesamt langweilig, sie bieten rein gar nichts Besonderes, geschweige denn etwas Neues, ganz im Gegenteil. Viele Choreographien, wie beispielsweise das kurze Gefecht des zwischenzeitlich festgesetzten und gefesselten Brokers, wurden schon längst zu überholten Klischees. Und wenn man einmal ehrlich ist: Außer Actionszenen haben Filme mit Jason Statham in der Hauptrolle gewöhnlich nichts zu bieten.

Auch dieser hier nicht. Die Story läuft so geradlinig, so stringent voran, es gibt keinen Twist, keine Überraschung, keine Charakterentwicklung, nichts – die größte Überraschung des Streifens: Broker schläft nicht mit der Schulpsychologin. Etwas überraschen mag es, dass das Drehbuch aus derselben Feder stammte wie das von Rocky (1976) oder First Blood (1982), weniger überraschen mag es, dass dieser Feder aber auch solche vermeintlichen Glanzstücke wie Rambo: First Blood Part II (1985), Over the Top (1987) oder Driven (2001) lieferte. Sylvester Stallone im Aufspann zu lesen verspricht nicht, es droht. Und er erfüllt diese Drohung. Ähnlich wie bei The Expendables (2010) verleugnet das Skript die eigene Oberflächlichkeit und versucht sich in Tiefgang – eine zum Scheitern verurteilte Mission. Nie durchstößt der Film die Oberfläche und dringt tiefer ein, zu den Problemen seiner Charaktere, zu den Konflikten der Geschichte, stets macht er Halt auf halber Strecke und kehrt wieder zurück zu seichten Dialogen und langweiligen Actionszenen.

Vollkommen unnötig, das ganze. Mit dem namhaften Cast und Budget wäre deutlich mehr möglich, weniger Ansprüche seitens der Produzenten und Mut zur Selbsterkenntnis hätten zu einem ziemlich guten und unterhaltsamen Actioner führen können. Durch den Fokus auf die dramatischen Elemente zusammen mit Statham in der unumstrittenen Hauptrolle machen dies aber unmöglich. Statham wirkt oft überfordert, er wird problemlos von James Franco an die Wand gespielt.

Sowieso ist Franco der einzig überzeugende Mann vor der Kamera. Statham beweist wieder, dass er starke Darsteller neben sich braucht und kaum mehr als Prügeleien und One-Liner kann, Kate Bosworths Rolle kann mit extrem nervend beschönigt werden und für Winona Ryders Filmographie ist dies nur ein weiterer, unbedeutender Eintrag.

Homefront kann leider auch sehr niedrige Erwartungen nicht erfüllen. Wegen dem Mangel an Quantität und Qualität der Actionszenen kann nicht über den schlechten Plot und die belanglosen Figuren hinweggetäuscht werden, einziger Lichtpunkt eines sehr faden Streifens ist James Franco, der gegen blasse Stars mit einer soliden Leistung glänzen kann.

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5 Kommentare zu “Homefront (2014)”

  1. „Hätte ein ziemlich guter Film werden können – ohne Jason Statham.“ –> trifft meiner Meinung nach auf die meisten Stathams zu

    1. ach, die Guy Ritchie Filme mit ihm waren doch toll 😀 Mean Machine fand ich noch ganz cool, aber sonst hast du recht, kenne grad auch keinen anderen Film mit Statham, der mir gefallen hat

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