Shoot ‚Em Up (2007)

Shoot Em Up (2007)

Shoot ‚Em Up

Shoot ‚Em Up (R: Michael Davis, US 2007, 86min)

Ampel - Grün

Eat your vegetables.
(Mr. Smith)

Ein Mann sitzt an der Bushaltestellt und isst eine Karotte. Eine schwangere Frau rennt an ihm vorbei. Ein bewaffneter Mannre läuft ihr hinterher. Und wenig später sind alle tot. Alle, außer dem möhrenschwingenden Helden Mr. Smith, der sich dem im Kugelhagel geborenem Baby annimmt und herauszufinden versucht, wieso ein schwerbewaffneter Mob den kleinen Bengel und seine Mutter über den Jordan befördern wollte.

Klingt abstrus? Ist es auch. Eine Handlung gibt es nicht. Es gibt nur Ausreden um Clive Owen in einer Lagerhalle wild um sich ballern zu lassen, ihn auf Hausdächern wild um sich ballern zu lassen, ihn in einem Bordell wild um sich ballern zu lassen und ihn, ja, richtig geraten, noch bei vielen anderen Gelegenheiten wild um sich ballern zu lassen. Der Body-Count wird dabei aber auf eine so kreative Art und Weise in die Höhe getrieben, dass das Zusehen zum Vergnügen wird.

Beispiel? Gleich in der Eröffnungsschießerei wird ein Ölfaß zerschossen, nicht etwa, um danach in einer gleißenden Explosion einige Statisten ins Verderben zu reißen, sondern viel mehr damit Owen alias Mr. Smith mit Hilfe der Öllache auf dem Rücken quer durch die Halle rutschen und seine Handfeuerwaffen glühen zu lassen kann.

Tiefgang oder Anspruch? Glänzen durch Abwesenheit. Trotzdem ist das Drehbuch nicht schlecht, im Gegenteil, es ist großartig. Die Charaktere, die Story, die kleinen Nebenhandlungen, all das ist so vollkommen konsequent und passend übertrieben worden, dem Streifen gelingt der perfekte Spagat, zu keiner Sekunde nimmt er sich ernst und doch hat er etwas zu sagen. Kleine nervende Alltagssituationen, wie der drängelnde Bonze im Straßenverkehr, werden gezeigt und  mit der oft gewünschten aber unterdrückten Reaktion geahndet. Trotz all seiner Brutalität und Skrupellosigkeit, trotz dem klischeehaften und oft kaltherzigem Charakter wirkt Smith erfolgreich als Sympathieträger.

Leider muss man aber auch sagen, dass Owens One-Man-Show neben den Actionszenen und dunklen Zynismus fast gar nichts zu bieten hat. Paul Giamanti kann etappenweise noch mithalten, Monica Bellucci bleibt dagegen die meiste Zeit blaß – und mehr Charaktere gab es im Grunde auch nicht. Zudem werden die unzähligen Feuergefechte mit der Zeit eintönig, trotz gerade einmal 86 Minuten Laufzeit wirkt der Film fast schon ein bisschen zu lang.

Unterm Strich ist Shoot ‚Em Up perfektes, leicht trashiges Hirn-aus-Action-Kino, das unterhält und seine Versprechen einhält. Nicht mehr und nicht weniger.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s