X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014)

X-Men Days of the Future Past (2014)

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

X-Men: Days of the Future Past (R: Bryan Singer, US 2014, 131 min)

Ampel - Gelb
Are we destined to destroy each other, or can we change each other and unite? Is the future truly set?
(Charles Xavier)

Eine düstere Zukunft ist angebrochen, eine Zukunft in der die vollautomatischen und nahezu unbezwingbaren Sentinels die Welt unterjochen, einen Mutanten nach dem anderen jagen und zur Strecke bringen. Doch nicht nur Mutanten sind als Bedrohung eingestuft, sondern auch gewöhnliche Bürger, die nichts von besonderen Begabungen wissen, die lediglich genetische Anormalien besitzen und deren Kinder möglicherweise besondere Kräfte erhalten könnten. Die letzten verbliebenen X-Men um Professor X und Magneto versuchen dieses dystopische Schicksal abzuwenden, indem Wolverine ins Jahr 1973 zurückgesandt wird um jene politischen Entwicklungen, die schlußendlich in der Auslöschung der Mutanten führen sollen, zu verhindern.

Zeitreisen sind ein von grundauf schwieriges Konzept. Sie sind enorm anfällig für grobe Fehler, sie degradieren oder verändern häufig Filme aus dem selben Universum in dem sie dort maßgebliche Konflikte kaschieren oder obsolet werden lassen, sie funktionieren quasi immer nur über Parallelwelten, wodurch oft die Logik angegriffen und vorher genannte Probleme verstärkt werden. Das ist eine nicht zu ändernde Tatsache kann dies dem Film nicht zum Nachteil gereicht werden, war dieser Aspekt der Story-Line doch schon lang genug bekannt.

Problematischer ist ein Kreativitätsmangel der anhand der Sentinels gut erkennbar ist. Enthalten diese zwar eine gute Sozialkritik indem sie die Folgen eines gläsernen Bürgers und totaler Kontrolle durch Einzelpersonen bzw. dem Staat veranschaulichen, weisen sie aber eine viel zu hohe Ähnlichkeit mit den S.H.I.E.L.D.-Helicarriers aus Captain America 2: The Winter Soldier auf. Die Art der Gefahr, das vollautomatische aufspüren und unabwendbare vernichten der Gegenseite (die in beiden Fällen die jeweils eigenen Bürger darstellen), ist identisch. Der dadurch verursachte fade Beigeschmack verstärkt sich noch, betrachtet man das identische Produktionsstudio sowie die nah beieinander liegenden Release-Termine.

Aber das war es bereits mit dem Meckern auf sehr hohem Niveau, der restliche Film ist rundum gelungen und punktet vor allem auf Story-Ebene und durch seine Charaktere. Es soll nicht nur pures Effektgewitter sein, auch keine One-Man-Show von Wolverine oder einem der anderen Protagonisten. Die Darsteller spielen sich die Bälle grandios zu, sowohl der alte, als auch der neue Cast harmoniert miteinander statt um Screentime und Aufmerksamkeit zu kämpfen.

Und doch schafft es einer, sich in den Vordergrund zu spielen. James McAvoy trägt diesen Film auf seinen Schultern, ihm gelingt es die meisten seiner Kollegen zu dominieren, ohne sie in den Schatten zu stellen, es ist seine Geschichte, die erzählt wird, sein Weg aus einem tiefen Loch, seine Verantwortung, dem Erzfeind zu vergeben, die Schwester im Geiste aufzuhalten. McAvoy steht solange im Mittelpunkt, bis Michael Fassbender als Magneto den Schauplatz betritt. Fassbender hat eine solch gewaltige Aura, eine solche Präsenz, McAvoy mag den Film tragen, und trotzdem ist er der eigentliche Star. Wenn es denn ein Duell um den goldenen Platz in der Mitte wäre, so hätten weder Hugh Jackman, noch Jennifer Lawrence, nicht Ian McKellen oder Patrick Stewart Aussichten auf den Erfolg.

Doch es ist kein Kampf, alle Darsteller, und X-Men: Days of the Future Past verfügt über einen großartigen und namhaften Cast, ordnen sich Drehbuch und Story unter. Bryan Singers Regie-Arbeit grenzt an Perfektion, er lässt jeden seine Stärken ausspielen, ohne die Handlung aus den Augen zu verlieren.

Besagte Handlung beinhaltet neben toll choreographierten Kämpfen und fantastischem CGI auch eine gehörige Portion Humor, vor allem durch die Figur des Quicksilver. Mag seine Figur nüchtern betrachtet als viel zu stark dargestellt sein, macht es doch Spaß seinen Albernheiten zuzuschauen, was Tony Stark bei den Avengern ist, das könnte Quicksilver für die X-Men werden. Einzig das Finale hätte gern explosiver, bombastischer inszeniert und ausgeführt sein dürfen.

Die X-Men setzen das bisher gute Superhelden-Kino-Jahr mit erstaunlich guten Storylines fort und bieten einen spannenden und unterhaltsamen Ausflug ins Marvel-Universum. Einzig der letzte Funke springt nicht ganz über und kann den, der Superhelden-Filmen und -Comics eher skeptisch übersteht (und die zahlreichen Anspielungen auf bereits vorhandene Teile nicht sieht) nicht endgültig in seinen Bann ziehen – auch wenn der Kinobesuch keine Verschwendung von Zeit und Geld ist.

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