300: Rise of an Empire (2014)

300 Rise of an Empire (2014)

300: Rise of an Empire

300: Rise of an Empire (R: Noam Murro, US 2014, 102 min)

Ampel - Grün

You are king because of me! Now sit back on your throne and rule with the safety I provide you.
 Artemisia I.

Es besteht dieser ganz spezielle Typ von Film, bei dem dem Cineasten von vornherein bewusst ist, was ihn erwartet. Und natürlich ist ihm bewusst, dass das, was ihn erwartet, ihm keine Freude bereiten wird, dass ihn eineinhalb bis zwei Stunden der Ärgernisse bevorstehen und dass er sich diese problemlos sparen könnte. Doch er tut es nicht. Irgendetwas zieht ihn an dieses Werk, wie die Motte zum Licht, wie den hungrigen Bärn in die Kleinstadt oder wie die Fliege zu einer ganz bestimmten Form von Haufen.

Zu diesem Typus Film gehört 300: Rise of an Empire. Eigentlich kann man ihm nichts vorwerfen, denn er spielt mit offenen Karten, es vollkommen ausgeschlossen einen tiefgründiges und bewegendes Werk, eine halbwegs wahre Geschichte, ja überhaupt einen Handlungsbogen oder interessante Charaktere zu erhalten. Dass der erwartete Inhalt, eine mit stereoiden vollgepumpte Schlachten-Orgie in vermeintlich neuartige Comicbuch-Ästhetik verpackt, aber dermaßen enttäuschen würde, kam jedoch überraschend.

Den Strick dreht man daher diesem Film auch nicht aufgrund der zahllosen historischen und logischen Fehlern, sondern wegen dem nicht existierenden Spannungsbogen, den öden und uninteressanten Charakteren, den langweilenden Kampfszenen. 300: Rise of an Empire versucht sich in Tiefgang, der nicht existiert. Xerxes soll zur tragischen Person mit bewegender Hintergrundgeschichte stilisiert werden, Themistocles (der aus irgendwelchen nicht ganz rationalen Gründen auch im deutschen Verleih die englische Variante seines Namens trägt) zum ebenfalls tragischen Heerführer, der nun das Monster bekämpfen muss, dass er selbst schuf. Nur das alles zündet nicht, es berührt nicht. Auch durch die doppelte Einspielung der selben Rückblende gewinnt dieser vorgebliche Konflikt nicht an Dramatik, Xerxes ist und bleibt nur die Schablone eines tyrannischen Herrschers, reduziert auf seine Funktion als Feindbild.

Das größte Problem aber ist Sullivan Stapleton. Der Australier soll den Film als Themistocles alleine tragen, doch scheitert dabei kläglich. Er wirkt oft zu klug, als das er in die gewählte Ästhetik und Stilistik passen würde, ihm fehlt das Charisma, das Gerard Butler besaß. Bis auf die Pseudo-Traurigkeit ob der Verluste am Ende des Films fehlt jedwede Emotionalität. Seine moralischen Prinzipien und die Loyalität zum Vaterland werden so hoch gehängt, dass er unfehlbar scheint – doch um als tadelloser Superheld durchzugehen und trotzdem interessant zu bleiben ist der Coolness-Faktor deutlich zu gering.

Sogar die sonst grandiose Eva Green schafft es blass und farblos durch den Film zu wanken, ohne irgendwelche Reizpunkte zu setzen. Auch hier wieder, ein Charakter, der tiefgründig sein sollte und eine herrlich grausame Entwicklungsgeschichte erhält um dann nur auf ihren Hass gegen die Hellenen reduziert zu werden.

Was bleibt sind viele eher schlecht als recht choreographierte Kampfszenen, die möglicherweise lächerlichste Sex-Szene der jüngeren Filmgeschichte, einige wenige optisch wirklich tolle Aufnahmen und die Enttäuschung über die jämmerliche Umsetzung eines extrem spannenden Sujets.

Advertisements

2 Kommentare zu “300: Rise of an Empire (2014)”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s