Guardians of the Galaxy (2014)

Guardians of the Galaxy (2014)

Guardians of the Galaxy

Guardians of the Galaxy (R: James Gunn, US 2014, 121 min)

Ampel - Grün

I am going to die surrounded by the biggest idiots in the galaxy.
 (Gamora)

Eigentlich ein ganz entspannter Auftrag: In die uralte Tempelanlage dieses verlassenen Planeten hinein, sich das mysteriöse Artefakt krallen, wieder ‚raus und mit fetten Gewinn weiterverkaufen. Eigentlich. Denn Peter Quill aka Starlord kommt nur wenige Augenblicke vor Ronans Schergen an. Und die sind ganz und gar nicht begeistert von der erfolgreichen Flucht des selbstverliebten Outlaws und setzen alles daran um das Artefakt, welches unermässliche Kräfte in den richtigen Händen freizusetzen vermag, zurückzuerlangen. Ein ohnehin schon schweres Unterfangen welches durch das Kopfgeld, ausgesetzt von Peters ehemaligen Boss, nicht erleichtert wird.

Guardians of the Galaxy ist vieles. Der große Sommerblockbuster 2014, ein Weltraum-Abenteuer, ein Action-Kracher, ein weiterer explosiver Superheldenfilm im Marvel-Universum. Aber vor allem ist er eines: Ein gigantisches Feel-Good-Movie. Denn in erster Linie macht der Film Spaß, er unterhält, er baut auf. Der von Chris Pratt hervorragend verkörperte schrullige Peter Quill mit lockeren Sprüchen und seinem Faible für Pop-Musik und Musicals, der gutherzige Groot mit dem großkotzigen Waschbären Rocket im Schlepptau, selbst Drax, der Zerstörer mit der begrenzten Auffassungsgabe, sie alle ergeben ein sympathisches und amüsantes Team, dass den Zuschauer von Beginn an mit und für sich einnimmt.

Und genau das ist die große Stärke von Guardians of the Galaxy: Er verfügt über Charaktere. Nicht Schablonen und Klischees bevölkern die Leinwand, es sind fühlende, denkende und handelnde Wesen. Gamora beispielsweise, von Zoe Saldana verkörpert, ist bedeutend mehr als nur der sexy Sidekick für den männlichen Helden. Sie ist eine Sklavin stärkerer und grausamerer Mächte, gegen die sie rebelliert, denen sie zu entkommen versucht. Und so hat jeder der Hauptcharaktere seine Vergangenheit, seine Geschichte.

James Gunn erschuf ein lebendiges Universum. Es sind nicht nur die Guardians, jener aus dem Gefängnis ausgebrochene, bunt zusammengewürfelte Haufen, die mit Tiefgang und eigener Identität aufwarten, es scheint als hätte jede einzelne im Figur auftauchende Figur seinen eigenen Weg zuvor zurückgelegt. Vor allem Peter Quill scheint zu allen eine persönliche Beziehung zu pflegen und diese wird auf das Publikum übertragen. Hinzu kommen die herausragenden Besetzungen, auch für kleine Nebenrollen konnten bekannte Gesichter gewonnen werden wie John C. Reilly (u.a. die großartigen Der Gott des Gemetzels und We Need to Talk About Kevin) oder Glenn Close (sechs Oscarnominierungen, u.a. für Eine verhängnisvolle Affäre), und die tollen Bösewichte.

Auf Seiten der Antagonisten wurden, auch mit Weitblick auf die bereits angekündigten Sequels, eine Variation des bekannten Meister-Schüler-Themas angewandt. Lee Pace (demnächst wieder als Thranduil im Hobit zu sehen) macht seine Sache als Ronan sehr gut, erreicht aber trotz der deutlich höheren Screen Time nur schwer das Niveau, die Bedrohung die Thanos ausstrahlt. Dieser, bereits nach dem Abspann in The Avengers zu sehen, scheint langsam und behutsam zu einer Art Imperator aufgebaut zu werden, der überall seine Hände im Spiel hat, den herauszufordern an Selbstmord grenzen würde und der die ganze Galaxies wie ein Puppenhaus nutzt.

Man muss jedoch auch sagen, dass die Story relativ schwach und einfach ist und ohne irgendwelche Wendungen oder Überraschungen geradlinig auf das Ziel zuläuft, ebenso wie das sehr kitschig geratene Ende der Geschichte. Dennoch unterhält der Film bestens, die richtige Balance wurde gefunden. Guardians of the Galaxy ist sehr witzig, wird nicht lächerlich, er hat viele und gute Actionszenen ohne zum reinen No-Brainer zu mutieren, dramatische Elemente sind genauso gegeben wie Charakterentwicklungen, ohne diese in den Vordergrund zu stellen.

Guardians of the Galaxy ist ein an Perfektion grenzender Sommerbluckbuster, der die benötigten Zutaten perfekt vereint, der mit Witz, Charme und einem tollen Soundtrack glänzt, der sympathische Charaktere mit prallen Effekten vereint und der schlicht und ergreifend Spaß macht.

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3 Kommentare zu “Guardians of the Galaxy (2014)”

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