Draculas Untold (2014)

Dracula Untold (2014)

Dracula Untold

Dracula: Year Zero (R: Gary Shore, US 2014, 92min)

Ampel - Grün

My father was a great man, a hero, so they say. 
But sometimes the world doesn´t need another hero, sometimes what it needs is a monster. 
(Ingeras)

Im 15. Jahrhundert befindet sich das Osmanische Reich auf dem Vormarsch und plant den Einfall gen Europa. Dafür werden Soldaten benötigt und diese rekrutiert man am besten aus den Reihen der tributpflichtigen Länder. Auch das Fürstentum Transsilvanien muss seinen Anteil, bestehend aus 1000 Jünglingen, leisten. Als Prinz Vlad III., einst selbst an den türkischen Hof entsandt, dieser Verpflichtung nicht nachkommt und der türkische Sultan das Land zu unterwerfen droht, sucht Vlad nach einer Macht, die stark genug ist um sein Land zu schützen.

Es waren vor allem die Horror- und Monsterfilme der 30er Jahre, die das Universal-Studio groß werden ließen. Jetzt, in den 2010er Jahren in denen fast jedes große Studio ein eigenes Film-Universum aufzubauen versucht, soll diese Tradition mit Dracula Untold wiederbelebt werden.

Die Art und Weise wie das geschieht ist stark von der Erwartungshaltung abhängig. Denn, das vorne weg, ein nach objektiven Gesichtspunkten herausragender Film ist Dracula Untold definitiv nicht. Muss er auch nicht sein, soll er auch nicht sein.  Er macht einige Versprechen – und genau diese erfüllt er.

Doch der Reihe nach. Die Handlung ist extrem einfach gehalten, klischeebeladen und bestenfalls mittelmäßig. Der neue, der andere Blickwinkel ist sicher interessant, doch fehlt es an Tiefgang, es fehlt an starken Charakteren, es fehlt auch an Spieldauer um Mittelmaß übertreffen zu können.

Die Figur des Vlad bzw. des Dracula wird so zentral platziert, dass er alles andere erdrückt und überschattet. Er wird nicht als Monster inszeniert, sondern als tragischer Held, als ein dunkler Ritter der seine Seele verkauft um sein Land zu schützen. Und Luke Evans ist der perfekte Darsteller für eine solche Figur. Er hat das Aussehen und die Aura um jegliche Facetten des düsteren Fürstens glaubhaft zu verkörpern. Sicher wirkt Vlad in einigen Momenten zu gut, zu nobel und ehrenhaft. Doch genau das lässt ihn noch tiefer fallen – wenn auch leider nicht tief genug. Dracula bleibt in jedem Moment ein positivier Charakter, ein grausamer und brutaler zwar, doch stets der Held.

Eine höhere Altersfreigabe hätte Dracula sicher gut getan. Immer wieder blitzt auf, was möglich gewesen wäre. Wenn beispielsweise Vlad den türkischen Kundschaftern, die seinen Sohn mitnehmen sollen, die Gliedmaßen abschlägt und das Schwert ins Gesicht rammt – genau diese kompromisslose Brutalität hebt die Atmosphäre auf ein anderes Niveau, genau so hätte ein dem Pfähler würdiger Film aussehen müssen.

Ist der Film schlecht? Hier kommen wir zu den angesprochenen Erwartungen. Der Trailer verspricht einen düsteren Fantasy-Blockbuster mit guter Atmosphäre und tollen Bildern. Und genau das liefert Dracula. Es gibt wunderbare Landschaftsbilder, einige Gänsehautmoment, wirklich großartige Effekte zu bestaunen. Die Eröffnung, ein kurzer Monolog Ingeras aus dem Off geparrt mit einer herrlichen Kamerafahrt durch Standbilder, die erste Schlacht, sichtbar in der Reflexion eines verlorenen Schwertes, Vlads finaler Marsch in des Sultans Militärlager – einfach atemberaubend.

Letztlich ist Dracula Untold ein erfülltes Versprechen, eine kleiner und kurzweiliger Lichtblick in einer fantasy-armen Kinolandschaft und ein ordentlicher Aufgalopp zu einem neuen cinematischem Universum.

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4 Kommentare zu “Draculas Untold (2014)”

  1. Gerade die knackige Laufzeit von 92 Minuten empfand ich als sehr angenehm. Shore hat sich auf das konzentriert, was er erzählen wollte. Darin verliert er sich nicht und schweift nicht unnötig ab.
    Eine höhere FSK-Freigabe wäre sicherlich wünschenswert gewesen, gerade für besagte Stellen. Aber da hätte ich schon wieder Angst gehabt, dass es zu ausufernd wird. Das er sich selbst an den Schlachtszenen ergötzt und diese zu sehr auskostet, was den Film wieder in die Länge gezogen hätte.
    Ich hoffe zwar auf ein paar erweiterte Szenen, war aber auch so ansprechend genug unterhalten.

    Ist ein klasse Film, den man immer mal wieder sehen kann, gerade weil es kein 2 Stunden Film geworden ist.

    1. letztlich bin ich bei dem Film doch etwas unentschlossen 😀
      ja, für die aktuelle Qualität des Streifens sind die anderhalb Stunden perfekt, ginge es länger, kämen Längen auf

      aber, wenn der Film mehr Spielzeit hat, werden dann vllt. einige Charaktere besser ausgeführt? Ist der Film dann vielleicht mehr als ein unterhaltsamer No-Brainer, könnte er vielleicht sogar zu einem modernen Klassiker werden?

      durch die kurze Dauer ist man quasi auf der sicheren Seite, mehr Spieldauer wäre ein Risiko. Es hätte dem Film sicher nutzen können – aber ein garantiert besserer Film wäre es nicht geworden

      naja, gerade Peter Jackson zeigt ja, wie erfolgreich ein Directors Cut auf DVD werden kann, evtl. kommt ja da noch was 😛

      ich hatte v.a. wegen der stellenweise für FSK12 grenzwertigen Brutalität ohnehin das Gefühl, dass wir evtl. eine SEE mit ner 16er FSK erhoffen können =)

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