Media Monday #190

Wisst ihr, was ich, wohnhaft in der Karnevalshochburg Mainz, heute gemacht habe? Mich abseits von jeglichen Kostümen in meine Wohnung verkrochen, ein schönes, kühles Bier genossen und mit Gotham angefangen (und außerdem an meiner Hausarbeit über den Menschen im Angesicht der Katastrophe (toller Titel, wa?) gefeilt). War ein schöner Tag, der jetzt mit dem Media Monday abgeschlossen wird.

1. Animierte Charaktere oder Puppen/Kostüme? Weder das eine, noch das andere, entscheidend ist immer die Qualität. Der 1980er Yoda hat einen gewissen Nostalgie-Bonus, aber der 2005er sieht einfach deutlich besser aus und ist seinem Vorgänger in vielerlei Hinsicht überlegen. Dagegen waren die CGI-Orks aus dem Hobbit grausam und ihren verkleideten Herr der Ringe-Pendents in jeglicher Hinsicht unterlegen. Wenn eine grundsätzliche Entscheidung gefordert wird, wären das vermutlich die Kostüme. Ein Cesar, Dobby oder Gollum wäre aber in Kostüm unmöglich. Weder das eine, noch das andere kann verteufelt werden, es spielen viel zu viele Faktoren rein um eine allgemeine Antwort zu geben.

2. Clowns sind mir eigentlich ziemlich gleichgültig. Klar können sie in bestimmten Situationen gruselig sein (wie fast alles), die allgemeine Clown-Phobie teile ich jedoch nicht.

3. Wenn die Effekte auch nicht wirklich up-to-date waren/sind, hat mich Godzilla doch sehr gut unterhalten!

4. Kostümiert oder nicht, einen Helden zeichnet für mich aus, dass er fallen muss. Zumindest ein filmischer Held, in der Realität gelten da selbstverständlich andere Kriterien. Auf der Leinwand jedoch ist ein strahlender Held, der nicht stürzt um dann wieder aufzustehen (oder aber liegen zu bleiben, The Dark Knight Rises hätte soviel besser sein können…) für mich uninteressant und langweilig.

5. Scott Pilgrim (ja, hab den letzte Woche schonmal erwähnt) hätte ja leicht ins Lächerliche abdriften können, jedoch hat er die perfekte Balance aus skurillen Ideen, ungewöhnlicher Optik und einzigartigen Charakteren in einem angemessenen Rahmen geschafft.

6. Kunst liegt ja bekanntermaßen im Auge des Betrachters. The Great Wave of Kanto ist in meinen Augen ein Kunstwerk, denn ____ . Das bedarf keiner Erklärung! Wer diesen einmaligen Stil, diese wunderbare Hommage mit ihrer detailreichen Darstellung und ausdrucksstarken Farben nicht würdigen kann, der weiß schlicht und ergreifend nicht, was Kunst ist!

7. Was mich an Karneval richtiggehend nervt: Eigentlich alles, ich kann damit herzlich wenig anfangen. Es reizt mich einfach nicht, auf einem Wagen in einem kilometerlangen Umzug zu stehen und Passanten mit Süßigkeiten zu bewerfen, diesem stundenlangen Ereignis zuzusehen oder mich in Kostümen zu besaufen.

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17 Kommentare zu “Media Monday #190”

    1. nein, ich schreib eine Hausarbeit (studiere Filmwissenschaften). Gab nen relativ einflussreichen Text von der Susan Sontag (Die Katastrophenphantasie), in dem ein wenig die Schaulust an der Zerstörung auf der Leinwand seziert wird. Da kommt der Aspekt der utopischen internationalen Vereinigung und Verbrüderung ziemlich stark durch, den ich im modernen Science-Fiction-Film nochmal anschau. Also quasi einmal ein paar Filme, in denen sie so vorhanden ist (gerade Emmerichs Kino mit Independence Day als Paradebeispiel) und dann noch ein paar Filme, in denen sich die Menschheit an die Gurgel geht (Children of Men, The Road)

      die wird wahrscheinlich ihren Einzug auch auf meinen Blog finden, wie stark gekürzt, weiß ich noch nicht 😀

    1. durch den Untertitel wirds schon deutlich weniger spannend

      Die Menschheit im Angesicht der Katastrophe. Susan Sontags Utopie der Internationalen Gemeinschaft im modernen Science-Fiction-Film 😛
      (und ja, den hab ich mir selber ausgedacht 😎 )

  1. Verdammt, jetzt wollte ich auch was zur Hausarbeit schreiben. Da hast du geschickt einen Teaser in den Nebensatz eingebaut. 😀
    Weil ich bei diesem Media Monday mal erstaunlich viel mit den Themen anfangen konnte, merke ich dann noch kurz an … Nummer 1, 4 & 5: Word. 🙂

  2. Starkes Hausarbeitsthema! 🙂

    Mit den CGI-Orks in „Der Hobbit“ hast du absolut Recht. Die Goblins dagegen hatten sie zuvor als Masken probiert, doch hat das nicht funktioniert. Ist wirklich spannend das Making of dazu zu schauen…

    1. ich kann dieses „früher war alles besser und richtig ist sowieso nichts was aus nem Computer kommt“ nicht ausstehen

      Kostüme und CGI sind Werkzeuge, um mir eine andere Realität vorzugaukeln, nicht mehr, nicht weniger. Wenn mittelmäßige/angestaubte Effekte die Atmosphäre vorantreiben, wie bpsw. in Jumanji, dann her damit. Wenn sich via Motion Capture eine spannende Geschichte besser erzählen lässt (Planet der Affen Prequel), ich bin sofort dabei. Und wenn wie etwa beim großen Gatsby die Kostüme einen erheblichen Mehrwert bieten, dann sollen sie doch bitte eingesetzt werden! Das ist keine entweder-oder-Grundsatz-Debatte, das sind letztlich nur Mittel, die eingesetzt werden um irgendetwas zu transportieren. Schlechte Kostüme sind nicht schlechter als schlechtes CGI, ebenso wie das Gegenteil nicht der Fall ist.

      Eigentlich hätte ich das als Antwort schreiben sollen (oder ein bisschen umformuliert, klingt gerade etwas wirr durcheinander 😀 )

      1. Nönö, liest sich prima. Hätte auch als Antwort gelten können. Du absolut recht. Leider wird sich heutzutage nur viel zu oft hinter CGI versteckt, wo es einfach gar keine braucht. Das ist dieser schmale Grat, der leider viel zu offenherzig übertreten wird. Aber lass und besser aufhören, ich kann dieses CGI-Gebashe nämlich auch nicht mehr hören. Wir sind zumindest auf der selben Wellenlänge bei der Antwort.

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