Marco Polo S01E01: The Wayfarer

Marco Polo S01E01

Marco Polo

S01E01
The Wayfarer

A man, who proofs he's loaylity to me, 
can take whatever he wishes.
(Kublai Khan)

Ein junger Kaufmannssohn trifft auf den mächtigsten Mann der Welt. Niccoló Polo erkauft sich das Handelsrecht an der Seidenstraße mit seinem Sohn. Marco Polo wird am Hofe des mongolischen Herrschers Kublai Khan zurückgelassen und muss seinen Platz in einer fremden Welt finden.

Marco Polo gehört zu jenen Serien, mit denen Netflix zum unumstrittenen Online-Streaming-Krönus aufsteigen möchte. Nach Kalibern wie House of Cards oder Orange is the New Black versucht sich das Portal um eine Abenteuerserie, die von ihrer Aufmachung stark an Game of Thrones erinnert. Ein unnötiges Manöver für eine höhere Reichweite, Marco Polo bietet genug an, um Zuschauer einzufangen.

Da wäre vor allem das Setting. Eine fremde und exotische Welt wird der westlichen Bevölkerung durch die Augen eines Italieners näher gebracht. So wie Marco Polo ist auch der Zuschauer neu am Hofe des Khan, er muss neue Wege finden, eine neue Kultur entdecken und erlernen um zu überleben. Sicher, wegen der Historizität der Figur herrscht eine gewisse Vorhersehbarkeit vor, was The Wayfarer jedoch ohne Qualitätseinbußen bewältigen kann – und das wohl auch nicht zum Problem werden wird, welche Serie wagt es denn, die titelgebende Hauptfigur sterben zu lassen?

So wird Marco Polo gewissermaßen zum ultimativen Frontier-Mythos, ein Western im Osten, nicht nur ein fremdes Land, sondern eine vollständige und mächtige Kultur muss erschlossen werden. Polo wird in Ereignisse verwickelt, die sich seiner Macht und Einflußnahme entziehen, er wird zum Spielball der Mächtigen und seiner Umstände. Wie sich der Junge von diesen emanzipieren wird, dürfte spannend zu verfolgen sein.

Leichte Schwächen werden nur beim Tempo offenbar. Die Rückblende wirkt unmotiviert, die drei Jahre der Reise vergehen viel zu schnell und die Vater-Sohn-Beziehung bleibt sehr oberflächlich. So wird der Zuschauer aus dem Rythmus geworfen und muss sich neu orientieren. Dafür wartet der Pilot mit einem fulminanten Finale auf, welcher gekonnt den Reiz der Versuchung inklusive ihrer tödlichen Gefahr auf diversen Ebenen darstellt.

The Wayfarer ist ein gelungener Serienstart, mit tollen Bildern, die Wurzeln für eine großartige und epische Erzählung anlegt, die gut gecastet wurde und nur leichte Schwächen beim Story-telling aufweist.

8/10

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Ein Kommentar zu “Marco Polo S01E01: The Wayfarer”

  1. Ach cool, dass endlich mal jemand anderes die Serie sieht und rezensiert 🙂 Habe Marco Polo über Weihnachten komplett durchgeguckt 😀

    Ich sehe das ähnlich wie du, dass das Tempo zwischenzeitlich immer wieder nachlässt. Meines Erachtens dauern auch einige Dialoge viel zu lang und müssten gar nicht so intensiv ausgebaut werden, weil der Zuschauer das eben viel schneller begreift. Aber mal schauen, was die zweite Staffel bringt!

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