James Bond 007 – Spectre (2015)

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James Bond 007 Spectre

Spectre (R: Sam Mendes, US 2015, 148min)

Ampel - Gelb

You are a kite dancing in a hurricane, Mr Bond.
(Mr. White)

Mit Pierce Brosnan wurde Bond beerdigt – Daniel Craig feierte seine Wiederauferstehung. Die Konzepte hinter den Filmen waren jedoch so verschieden, dass sich Craig kaum mehr als den Namen mit seinen Vorgängern teilte. Bond wurde realistischer, körperbetonter, deutlich mehr Wert auf stimmige Handlung und Figuren gelegt. Und – so scheint es mit Spectre zumindest – Craigs Bond Filme stellen einen eigenen und in sich geschlossenen Kosmos innerhalb des Franchises dar, beginnen mit Erlangen des Doppel-Null-Status und Enden mit seinem kolportierten Abschied aus den Diensten ihrer Majestät.

Die Idee eines filmübergreifenden Handlungsstranges scheint den Machern aber erst sehr spät gekommen zu sein, die vermeintlichen Verbindungen zwischen den Toden von Vesper Lynd und M wirken aufgesetzt. Auch nach Quantum Solace erneut eine dem MI6 völlig unbekannte Geheimorganisation auf den Plan treten zu lassen, wäre mit einem bereits früher (und besser) ausgearbeiteten Konzept deutlich überzeugender gewesen.

Spectre erinnert deutlich mehr an die alten Bondfilme, als an die Marschrichtung die mit Craig gewählt wurde. Mendes, der den herausragenden Skyfall dirigierte, knüpft keineswegs an den eigenen Stil des Vorgängers an – zumindest nicht konsequent. Denn auf dem Papier scheint Bond schwach, verwundbar. Oberhauser beschwört zahlreiche Geister der Vergangenheit herauf, ist selber eines. Eine Bedrohung, physisch oder psychisch, ist keines davon.

Bond marschiert einfach durch sämtliche Probleme und Schwierigkeiten, ein unaufhaltsamer Panzer. Es ist leicht, viel zu leicht. Das kann als Hommage an den klassischen Bond verstanden werden – das ist aber alles andere als ein Qualitätsmerkmal.

Und so bleibt die eigentlich ordentliche Handlung unter ihren Möglichkeiten, der eigentlich charismatische Bösewicht, großartig gespielt von Christopher Waltz, bleibt blass, beide Bond-Girls uninteressant, ja der ganze Film deutlich hinter den Erwartungen. Dazu passt auch Craigs seltsam indisponierte Performance.

So sehr Spectre narrativ krankt, so sehr beeindruckt er visuell. Die Kameraarbeit, insbesondere die Plansequenz zu Beginn des Films, ist sensationell gut, Spectre zeigt viele, imposante Schauplätze. Der mexikanische Día de Muertos, die verschneiten österreichischen Alpen, Rom oder Marroko – die Drehorte waren ebenso gut gewählt, wie inszeniert.

Gewissermaßen schließt sich mit Spectre der Kreis. Drei Filme bedurfte dieser neue Bond um seine Schwächen zu überwinden, um zur unbesiegbaren Killermaschine und dem ultimativem Superspion zu werden, der er viele Jahre war.

Dem Film hätte es besser getan, wäre Bond schwach geblieben.

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5 Kommentare zu “James Bond 007 – Spectre (2015)”

  1. Wie sieht denn das mit Product Placement aus? Ich hab da so ein Bild gesehen, auf dem kaufsüchtige Zombies aus dem Film kamen..? Ist das wirklich so schlimm?

    1. Ist mir nicht gross aufgefallen. Ich steh dem aber meist ziemlich gleichgueltig gegenueber und achte nicht gross drauf – v.a. bei Bond, bei dem es quasi Tradition und beinahe Kult (u.a. Aston Martin ) ist^^

      Einmal hatte ich den kurzen moment, bei dem es gestoert hat, hab aber auch achon wieder vergessen was da war 😀

      1. kein Problem
        btw. nicht über die komische Rechtschreibung wundern 😀 Autokorrektur am Handy ist derzeit nicht auf deutsch und dann sieht es etwas komisch aus, wenn ich schreib 😛

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