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Liebster Blog Award

Läuft derzeit, jede Woche eine neue Nominierung. Naja, nicht ganz, schließlich kamen zwei der drei Aufrufe zu solchen Stöckchenspielen vor einem nicht unerheblichen Zeitraum. Auch hier spare ich mir die lange Vorrede und komme direkt zum Punkt: Film und Buch luden ein zur folgenden, ursprünglich von MoviePictureManiacs ins Leben gerufenen Fragerunde auf:

Was brachte dich auf die Idee, einen eigenen Blog zu starten?

In aller Kürze: Ich schreibe gern und habe eine große Leidenschaft für Filme, sehe gegebenenfalls auch meine berufliche Zukunft in einem solchen Kontext. Dementsprechend bietet sich ein Blog sowohl als Fingerübung als auch als Plattform eines Meinungsaustausches hervorragend an. (Langfassung und erster Post gibts hier).

Auf welche Themen gehst du auf deinem Blog besonders ein?

Film und Serie. Derzeit (leider) noch fast ausschließlich in Form von Rezensionen. Ich wollte eigentlich schon lange einen informativeren, ggfs. auch filmwissenschaftlichen Teil einbauen, bin aber noch nicht dazu gekommen.

Film oder Buch, was spricht dich mehr an?

Schwierige Frage, die ich nicht abschließend beantworten kann. Für mich steht die Narration immer an erster Stelle – und die ist in Büchern häufig ausführlicher ausgebaut, detailreicher. Ein guter Film dagegen geht stringenter vor, erzählt seine Geschichte prägnanter und hat natürlich einen audiovisuellen Vorteil.

Es gibt kaum noch einen Film, der kein Remake ist. Was hältst du vom derzeitigen Remake-Wahn?

Prinzipiell habe ich nichts gegen Remakes, einer meiner Lieblingsfilme (3:10 to Yuma) ist eines. Gewissermaßen ist ohnehin praktisch jede Geschichte bereits erzählt worden. Solange es gut umgesetzt ist und einen Mehrwert bietet, wie beispielsweise Nolans Batman-Trilogie, gibt es meiner Meinung nach nichts daran auszusetzen. Wenn dem nicht so ist, geschehen etwa bei Carrie, und ausschließlich ökonomische oder gar ’studienpolitische‘ Gründe dahinterstecken (Spiderman) und nicht mehr die zu erzählende Geschichte zentral ist, dann ohne mich.

Was ist dein Lieblingsfilm und wieso?

Star Wars Episode V: The Empire Strikes Back. Wieso kann ich kaum erklären, hier habe ich es erzählt.

Gibt es Genres, die du nicht magst?

Nicht wirklich. Ich bin zwar kein großer Fan von Horrorfilmen, da ich kein großartiges Vergnügen darin sehe, mir Angst einjagen zu lassen, wenn die Handlung interessant klingt, habe ich aber auch kein Problem mir einen solchen anzuschauen. Generell finde ich aber die Genreeinteilungen ohnehin schwierig und die wirklich guten Filme bedienen sich einer Mixtur aus Elementen aller Richtungen.

Was hältst du von Trash-Filmen?

Filme mit einer trashigen Grundidee oder Inszenierung, die eine gewisse Qualität erreichen, stehen bei mir sehr hoch im Kurs. So etwas wie Iron Sky, Tucker & Dale vs. Evil oder auch Scott Pilgrim liebe ich. Auch die Zombeaver wollte ich mir noch geben. Sharknado hat aber mein Interesse an diesem Stil einen herben Dämpfer verpasst.

Gibt es ein Buch, das dir so gut gefallen hat, dass du es ein zweites Mal oder sogar ein drittes Mal gelesen hast?

Mehrere. Die Harry Potter Reihe, insbesondere Teil 3, habe ich mehrfach gelesen, auch Timothy Zahns Thrawn Trilogie oder die First Law Trilogy von Joe Abercrombie. Und definitiv noch ein weiteres Mal lesen werde ich Rick Yanceys Monstrumologen oder, (um auch ein wenig gehobenere Literatur zu nennen) den großen Gatsby – auch gezwungenermaßen, schließlich wird meine Abschlussarbeit aller Vorrausicht nach von der Ästhetik in Literaturverfilmungen anhand des Beispiels von eben diesem handeln.

Welcher Regisseur ist dein Lieblingsregisseur? Was gefällt dir an den Filmen deines Lieblingsregisseurs besonders?

Einen Lieblingsregisseur hab ich eigentlich nicht wirklich. Mir gefällt Nolans Stilistik und Erzählweise sehr gut, Leone war der Meister meines Lieblingsgenres, von Abrams erwarte ich mir noch eine Menge. Auch die überladende Ästhetik von Baz Luhrman oder die düstere Atmosphäre von Fincher gefällt mir sehr gut. Und selbstverständlich der Altmeister der Spannung, Hitchcock. Nur um ein paar zu nennen.

Welches Filmmonster gefällt dir am besten und wieso?

Würde Hannibal Lecter in diesem Kontext als Monster zählen? Auch hier hab ich eigentlich keinen wirklichen Favoriten. Der weiße Hai aus Jaws war ziemlich cool, wohl aber v.a. weil der Film richtig gut war, Geschichten rund um Werwölfe fand ich immer recht faszinierend, die Raketenwürmer aus Tremors waren recht cool, der Rancor aus Star Wars damals furchteinflößend. Wenn ich mich auf einen festlegen müsste, wäre das wohl King Kong oder Nosferatu/Dracula, da beide über zahlreiche Facetten verfügen und mehr als nur bloße Bedrohungen sind.

Siehst du Filme lieber zuhause auf DVD oder im Kino?

Die großen, bombastischen Filme im Kino, die kleineren, ‚intelligenteren‘ daheim auf DVD.

 

Das waren die Fragen, was waren aber eigentlich die Regeln?

  • Danke dem Blogger, der dich nominiert hat. -> Danke an das Team von Film und Buch
  • Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat. -> Check
  • Füge eines der Liebster-Blog-Award Buttons in deinen Post ein (optional). ->  Was für ein Button?
  • Beantworte die dir gestellten Fragen. -> Check
  • Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst. -> Uh, da bin ich nicht so gut. Trotzdem, Check.
  • Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass du sie nominiert hast. -> Verlinken sollte doch reichen?

Liste der Nominierten:

Fragen:

  1. Wieso ein Blog?
  2. Hand aufs Herz, wie zufrieden bist Du mit deiner ‚Arbeit‘?
  3. Kurzgeschichten: Gute Alternative zu traditionellen (Lang-)Geschichten oder zu wenig Platz um eine Handlung zu erzählen?
  4. Der liebste Autor?
  5. Das beste Genre?
  6. Der sense of wonder („an emotional reaction to the reader suddenly confronting, understanding, or seeing a concept anew in the context of new information“) – wann zuletzt erlebt?
  7. Kannst du die Mitternachtsformel noch?
  8. Lieblingspokemon?
  9. Das Trolley-Problem – Weiche umstellen oder nicht nennen, das ist hier die Frage.
  10. Beeinflusst dich die Politik einer Firma, ihr Produkt zu kaufen/ nicht zu kaufen?
  11. Sechs Wochen bis Weihnachten – wann werden die Geschenke besorgt?
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Top 11 der Songmomente in Film und Serie

Filmmusik

(Hinweis: Enthält Spoiler zu 3:10 to Yuma, Battle Star Galactica Staffel 3 Finale, Californication (ich glaube das Finale der 3. Staffel), Herr der Ringe 3, sowie Andeutungen zu Killing them Softly und Scrubs Staffel 5.)

Man nehme einen großartigen Regisseur, eine handvoll begabter Schauspieler, eine spannende Geschichte und einen meisterhaften Komponisten. Man mixe diese Elemente um einen Kult-Western, nennen wir ihn einfach mal Spiel mir das Lied vom Tod, zu erhalten. Anschließend stelle man sich die Sahne auf dieser cineastischen Torte vor, das Prunkstück, ihren Höhepunkt und sieht einen fantastischen Shoot-out, der sich durch lange Einstellungen, minimalistischen und intensivem Schauspiel auszeichnet und mittels grandiosem Score eine atemberaubende Spannung erzeugt. Nun entferne man von obigem Rezept den Musiker und erhalte gähnende Langeweile.

Bilder mögen dem Film seine Form geben, doch die Musik gibt ihm seinen Herzschlag, er diktiert Tempo und Intensität. Nur sehr wenige Ausnahmen verzichten auf begleitende Musik, noch wenigeren gelingt dies (bspw. dem französischem Film Hass) – nicht einmal der Stummfilm wollte sie missen und kompensierte die mangelnden technischen Möglichkeiten mit live-spielenden Orchestern. Betrachtet man dieses Potential der Musik, welche Macht sie über ein ihr fremdes Medium mit gegenteiligen Reizen ausüben kann, so verwundert es wenig, dass nicht nur die alleinige Musik, sondern auch die gesungene Sprache ähnliche Wirkung entfalten kann.

Songs werden deutlich seltener in Film und Serie eingesetzt – und gewinnt dadurch noch einen Seltenheitswert. Immer wieder ertappt sich der Zuschauer, rhythmisch zu den sonst ungeliebten Hip Hop oder Techno-Klängen zu wippen, Lieder auf der Leinwand entwickeln eine gänzlich andere Wirkung als aus dem Radio, sie emotionalisiert stärker, agiert zugleich unbewusst und bewusst.

Schlopsi bat, bei einem von Zirkusmanege in die Runde geworfenem Stöckchen, um die Top11 Songmomente in Film und Serie. Und hier, in alphabetischer Reihenfolge und mit nahezu gar keiner Verzögerung, folgen sie:

3:10 to Yuma – They’ll hang me in the morning

 

Mehr als alles andere ist der Western ein Abbild einer nie vorhandenen Realität von ausgehender Wildnis, der letzte Schritt Richtung Zivilisation, mit romantisierten Vorstellungen von rauen Revolverhelden in noch raueren Umgebungen. Russel Crows Ben Wades bewegt sich exakt auf dieser Grenze zwischen Natur und Kultur, die Ambivalenz seiner Figur kommt in obiger Szene wunderbar zum tragen. Mit vollendeter Höflichkeit bittet er um Ruhe, erträgt gelassen die Provokation, um in der nächsten Einstellung seine Nemesis bestialisch zu ermorden und dessen letzten Gesang mit triumphierenden Zynismus zu wiederholen.

Battlestar Galactica – All along the Watchtower (ab 42:41)

Wiederholtes Motiv, auch in der diegetischen Welt, ist eine Melodie, die vier Protagonisten der verbliebenen Sternenflotte verbindet, die nur sie hören können und die zu einer zentralen Erkenntnis führt. Die dritte Staffel von Battlestar Galactica endet mit einem Knall, der durch die alternativen Klänge verstärkt wird.

Californication – If i go, I’m goin‘

Das männliche Pendant zu Sex an the City ist meist seichte, oberflächliche Unterhaltung, eine Ballung an Fantasien, nicht mehr, nicht weniger. Doch immer wieder offenbart sich das dahinterliegende, die Geschichte eines Mannes, der versucht zusammen zu halten, was verloren ist, die verzweifelte Jagd nach der Fahrt in den Sonnenuntergang. Und auch die Musik offenbart ihre unfassbare, ihre emotionale Kraft und Magie. Stellvertretend für jene Momente, die aus Californication doch mehr machen, als vorabendliches Programm, obige Szene.
Killing them Softly – Love Letters

Killing them Softly ist ein dreckiger, ein entromantisierender Film – mit Ausnahme dieser womöglich titelgebenden Szene. In Zeitlupe wird der Auftragsmord an Ray Liotta endlos ästhetisiert, die Brutalität der Bilder wird komplett entkräftet, splitterndes Glas, fliegende Kugeln, der Zündmechanismus von Brad Pitts Kanone, sie erschaffen einen ruhigen, anmutigen Moment der Ewigkeit.

Moulin Rouge – El Tango de Roxanne

Moulin Rouge ist ein Film der Extreme – überzogene Glückseligkeit zu Beginn, verdammende Dramatik gen Ende. El Tango de Roxanne, großartig gesungen von Ewan McGregor und vor allem Jacek Koman, ist dieser Umschwung, emotionale Vorausdeutung und Höhepunkt des Films. Kombiniert mit den großartig choreographierten Tänzen erzählt der Song eine fesselnde Geschichte in der Geschichte voll rauer und erbarmungsloser Erotik, eine kraftvolle Körperlichkeit, die die tiefgreifende Verzweiflung aller ihrer Hoffnungen beraubter Protagonisten darstellt.

Scott Pilgrim vs. the World

Einer von vielen großartigen Song-Momenten in Scott Pilgrim vs. the World. Scott Pilgrim muss sieben teuflische Ex-Lover besiegen, um das Mädchen seiner Träume zu erobern. Der Erste: Matthew Patel, seines Zeichens ein Piraten-Michael-Jackson-Verschnitt. Schnell, vollkommen abgedreht und überzogen, in einer Comic-Buch und Videospiel-Ästhetik wurde das Duell, welches mit einer (passend) seltsam anmutenden Gesangseinlage endet, inszeniert.

Scrubs – How to Save a Life

 

Die großartige Stärke von Scrubs, was es von sämtlichen anderen Sitcoms deutlich abhebt, ist der Tiefgang, die immer wieder aufkommende Dramatik. Zwei davon wird kaum jemand vergessen haben, der die Serie sah: Bens Beerdigung aus der ersten Staffel und eben jener Moment, der den Sturz des medizinischen Halbgottes, unterlegt mit dem beinahe sarkastisch anmutenden How to Save a Life, veranschaulicht.

Skyfall – Skyfall

Daniel Craig ist eine andere Art von Bond, er ist verwundbarer, schwächer, menschlicher – und hier liegt die Qualität von Skyfall und Casino Royale. Skyfall, von Adele gesungen, verdeutlicht noch einmal die innere Zerrissenheit, wie verloren 007 eigentlich ist. Für mich persönlich ist Skyfall der beste Bond und einer der besten Bond-Songs!

The Lion King – Circle of Life

Ist eine solche Liste ohne einen Disney-Film möglich? Natürlich nicht. Und der größte aller Disney-Filme, essentieller Bestandteil nicht nur meiner Kindheit, ist Der König der Löwen, beginnend mit einem ebenso einprägsamen wie zungenbrechenden Nants ingonyama. Und nein, natürlich musste ich nicht nachschauen, wie man das schreibt.

The Lord of the Rings – Edge of Night

Der Herr der Ringe steckt voll großer Momente – besonders emotional ist aber dieser Kleine. Beteiligte: Nur die Nebenfiguren Pippin, Denethor, Faramir und ein Haufen Statisten. Und dennoch, der zaghafte, fast schwächliche und traurige Gesang Billy Boyds steht im krassen Kontrast zu den widerlichen Großaufnahmen von Denethors Leichenschmaus, und bildet eine tragische Symbiose mit den kurzen Einstellungen, welche Faramirs hoffnungsloses und vor allem sinnloses Unterfangen zeigen.

The Prince of Egypt – The Plagues

Epischer Chor im Hintergrund? Dramatische Inszenierung? Die Konfrontation zweier Brüder, die das Schicksal zu unversöhnlichen Feinden machte, optisch wie auditiv bombastisch und in all ihrer Gegensätzlichkeit inszeniert? Was will man mehr?