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Star Wars Episode VII: The Force Awakens

Star Wars Episode 7 The Force Awakens (2015)

Eine neuere, überarbeitete Fassung dieser Rezension findet Ihr hier.

Star Wars Episode VII – Das Erwachen der Macht

Star Wars Episode VII: The Force Awakens (R: J. J. Abrams, US 2015, 136min)

Ampel - Gelb

Hope is not lost today... it is found.
(Leia Organa)

We are home – Han Solos erste Worte in der neuen Trilogie werden zum Leitmotiv für ihren Auftakt. J. J. Abrams orientiert sich sehr stark an Erzählkonventionen und Elementen der vorherigen Teile, insbesondere der Episoden IV bis VI, so dass die vorhandenen Wendungen kaum überraschen und die eigene Handlung zu Weilen auf der Strecke bleibt.

Die Story in The Force Awakens ist tatsächlich sehr dünn: Luke Skywalker ist verschwunden. Die New Order, die Überreste des einstigen galaktischen Imperiums, versuchen ihn ebenso wieder zu finden, wie der Widerstand, eine der Rebellen-Allianz nicht unähnliche Gruppierung. Dabei enthalten sind unter anderem eine imperiale Kampfstation, fähig ganze Planeten zu vernichten, eine Flucht von einem Wüstenplaneten, mit geheimen, in einer Astromech-Einheit versteckten Plänen, die Rettung einer jungen, mutigen Frau aus der Festung des Feindes. Klingt irgendwie vertraut, oder?

Zweifelsohne weißt J. J. Abrams Versuch der Fortsetzung weitere Schwächen auf. Die politische Situation rund um die nun mindestens drei galaktischen Parteien, New Order, Widerstand und Republik, wird nicht zufriedenstellend geklärt, der Einfluss von Disney und Marvel lässt sich problemlos an einem zu hohen Anteil humoristischer Spitzen erkennen, eigene, nicht aus den Vorgängern entlehnte Story-Elemente sind rar gesät, der Antagonist ist trotz der übertriebenen Exposition weder furchteinflössend noch übermächtig, es gibt diverse logische Ungereimtheiten, sowie kleinere technische Störfaktoren, wie das leicht zu hohe Tempo der Raumschlachten, der etwas gewöhnungsbedürftige Sound der Lichtschwerter oder zeitweise Schwächen in der Schauspielführung.

Die zu erwartende Enttäuschung? Eindeutig nein! The Force Awakens ist nichts für den Kopf, es ist was fürs Auge, fürs Ohr, vor allem fürs Herz. John Williams liefert einmal mehr atemberaubende Arbeit, lässt die wunderbare Atmosphäre des Weltraum-Märchens gekonnt aufleben. Genau das ist Star Wars, genau das war Star Wars schon immer: ein Märchen. Eine schöne, eine einfache Geschichte, die man gerne erzählt bekommt. Abrams zieht die Grenze zwischen hell und dunkel zwar nicht so eindeutig und konsequent, wie Lucas zuvor, und alles andere als ein ähnliches Ende der neuen Trilogie, wie es Return of the Jedi bot würde enorm überraschen, doch auch er lässt zweifelsfrei erkennen, wer die guten und wer die bösen Jungs sind.

Gänsehautatmosphäre ist allgegenwärtig. So viele Einstellungen, kurze Momente, die Erinnerungen wecken, wie der Machtgriff zum im Schnee steckenden Lichtschwert, wie das obligatorische I have a bad feeling about this, wie der Flug durch den feindlichen Schützengraben, die gemeinsam mit zahllosen neuen grandiosen Momenten harmonieren, eine unfassbar gute Symbiose ergeben. Das Wrack eines Sternenzerstörers oder AT-ATs, die Jäger-Kämpfe in der Planetenatmosphäre, Finn mit gezündetem Lichtschwert in der Hand. Abrams fängt die Essenz, den Mythos beinahe perfekt ein.

Die Gangart ist dabei rauer, härter. Hier werden Zivilisten niedergemetzelt, dort werden Gefangene gefoltert, die Lichtschwertkämpfe sind meilenweit von dem perfekten Stil zu Zeiten der Alten Republik, und damit auch von deren eskapistischen Inszenierungen und Choreographien, entfernt, die gezeigte Blutmenge entspricht wohl der der sechs vorangegangenen Filme.

Ohnehin ist das Lichtschwert ein sehr interessantes Element des Films. Einerseits wird die Waffe zum Medium einer sich anbahnenden Außerwählten-Geschichte, andererseits, das könnte auch eine Mitbedeutung des speziellen Designs von Kylo Rens Waffe sein, kehrt sie zu einem mittelalterlichen Schlachtwerkzeug zurück – König Artus Eckalibur. Es ist keine zivilisierte Waffe mehr, es ist eine Keule, mit der auf den Feind eingeprügelt wird. Die Eleganz, die Finesse, die die Jedi des alten Orden hatten, die Luke Skywalker in Ansätzen noch konservierte, die ist den neuen, noch sehr jungen Protagonisten abhanden gekommen.

Auch hier nähert sich Abrams der alten Trilogie an. Der Lichtschwertkampf, übrigens, in einem atemberaubenden Setting angelegt, erinnert deutlich mehr an die Duelle zwischen Vader und Luke, als an die Gefechte, die Qui-Gon Jinn, Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker zu schlagen hatte. The Force Awakens bewegt sich erneut abseits der Zivilisation, von der politischen Hauptstadt oder hohen Ritter-Orden. Es ist die Unterwelt, das Reich der Schmuggler und Ganoven, der Wartenden und Verzweifelten, fern von einem strahlendem Zentrum einer gerechten Galaxies.

Star Wars Episode VII The Force Awakens ist eine filmische Rückkehr – nach Hause.

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Liebster Blog Award

Läuft derzeit, jede Woche eine neue Nominierung. Naja, nicht ganz, schließlich kamen zwei der drei Aufrufe zu solchen Stöckchenspielen vor einem nicht unerheblichen Zeitraum. Auch hier spare ich mir die lange Vorrede und komme direkt zum Punkt: Film und Buch luden ein zur folgenden, ursprünglich von MoviePictureManiacs ins Leben gerufenen Fragerunde auf:

Was brachte dich auf die Idee, einen eigenen Blog zu starten?

In aller Kürze: Ich schreibe gern und habe eine große Leidenschaft für Filme, sehe gegebenenfalls auch meine berufliche Zukunft in einem solchen Kontext. Dementsprechend bietet sich ein Blog sowohl als Fingerübung als auch als Plattform eines Meinungsaustausches hervorragend an. (Langfassung und erster Post gibts hier).

Auf welche Themen gehst du auf deinem Blog besonders ein?

Film und Serie. Derzeit (leider) noch fast ausschließlich in Form von Rezensionen. Ich wollte eigentlich schon lange einen informativeren, ggfs. auch filmwissenschaftlichen Teil einbauen, bin aber noch nicht dazu gekommen.

Film oder Buch, was spricht dich mehr an?

Schwierige Frage, die ich nicht abschließend beantworten kann. Für mich steht die Narration immer an erster Stelle – und die ist in Büchern häufig ausführlicher ausgebaut, detailreicher. Ein guter Film dagegen geht stringenter vor, erzählt seine Geschichte prägnanter und hat natürlich einen audiovisuellen Vorteil.

Es gibt kaum noch einen Film, der kein Remake ist. Was hältst du vom derzeitigen Remake-Wahn?

Prinzipiell habe ich nichts gegen Remakes, einer meiner Lieblingsfilme (3:10 to Yuma) ist eines. Gewissermaßen ist ohnehin praktisch jede Geschichte bereits erzählt worden. Solange es gut umgesetzt ist und einen Mehrwert bietet, wie beispielsweise Nolans Batman-Trilogie, gibt es meiner Meinung nach nichts daran auszusetzen. Wenn dem nicht so ist, geschehen etwa bei Carrie, und ausschließlich ökonomische oder gar ’studienpolitische‘ Gründe dahinterstecken (Spiderman) und nicht mehr die zu erzählende Geschichte zentral ist, dann ohne mich.

Was ist dein Lieblingsfilm und wieso?

Star Wars Episode V: The Empire Strikes Back. Wieso kann ich kaum erklären, hier habe ich es erzählt.

Gibt es Genres, die du nicht magst?

Nicht wirklich. Ich bin zwar kein großer Fan von Horrorfilmen, da ich kein großartiges Vergnügen darin sehe, mir Angst einjagen zu lassen, wenn die Handlung interessant klingt, habe ich aber auch kein Problem mir einen solchen anzuschauen. Generell finde ich aber die Genreeinteilungen ohnehin schwierig und die wirklich guten Filme bedienen sich einer Mixtur aus Elementen aller Richtungen.

Was hältst du von Trash-Filmen?

Filme mit einer trashigen Grundidee oder Inszenierung, die eine gewisse Qualität erreichen, stehen bei mir sehr hoch im Kurs. So etwas wie Iron Sky, Tucker & Dale vs. Evil oder auch Scott Pilgrim liebe ich. Auch die Zombeaver wollte ich mir noch geben. Sharknado hat aber mein Interesse an diesem Stil einen herben Dämpfer verpasst.

Gibt es ein Buch, das dir so gut gefallen hat, dass du es ein zweites Mal oder sogar ein drittes Mal gelesen hast?

Mehrere. Die Harry Potter Reihe, insbesondere Teil 3, habe ich mehrfach gelesen, auch Timothy Zahns Thrawn Trilogie oder die First Law Trilogy von Joe Abercrombie. Und definitiv noch ein weiteres Mal lesen werde ich Rick Yanceys Monstrumologen oder, (um auch ein wenig gehobenere Literatur zu nennen) den großen Gatsby – auch gezwungenermaßen, schließlich wird meine Abschlussarbeit aller Vorrausicht nach von der Ästhetik in Literaturverfilmungen anhand des Beispiels von eben diesem handeln.

Welcher Regisseur ist dein Lieblingsregisseur? Was gefällt dir an den Filmen deines Lieblingsregisseurs besonders?

Einen Lieblingsregisseur hab ich eigentlich nicht wirklich. Mir gefällt Nolans Stilistik und Erzählweise sehr gut, Leone war der Meister meines Lieblingsgenres, von Abrams erwarte ich mir noch eine Menge. Auch die überladende Ästhetik von Baz Luhrman oder die düstere Atmosphäre von Fincher gefällt mir sehr gut. Und selbstverständlich der Altmeister der Spannung, Hitchcock. Nur um ein paar zu nennen.

Welches Filmmonster gefällt dir am besten und wieso?

Würde Hannibal Lecter in diesem Kontext als Monster zählen? Auch hier hab ich eigentlich keinen wirklichen Favoriten. Der weiße Hai aus Jaws war ziemlich cool, wohl aber v.a. weil der Film richtig gut war, Geschichten rund um Werwölfe fand ich immer recht faszinierend, die Raketenwürmer aus Tremors waren recht cool, der Rancor aus Star Wars damals furchteinflößend. Wenn ich mich auf einen festlegen müsste, wäre das wohl King Kong oder Nosferatu/Dracula, da beide über zahlreiche Facetten verfügen und mehr als nur bloße Bedrohungen sind.

Siehst du Filme lieber zuhause auf DVD oder im Kino?

Die großen, bombastischen Filme im Kino, die kleineren, ‚intelligenteren‘ daheim auf DVD.

 

Das waren die Fragen, was waren aber eigentlich die Regeln?

  • Danke dem Blogger, der dich nominiert hat. -> Danke an das Team von Film und Buch
  • Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat. -> Check
  • Füge eines der Liebster-Blog-Award Buttons in deinen Post ein (optional). ->  Was für ein Button?
  • Beantworte die dir gestellten Fragen. -> Check
  • Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst. -> Uh, da bin ich nicht so gut. Trotzdem, Check.
  • Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass du sie nominiert hast. -> Verlinken sollte doch reichen?

Liste der Nominierten:

Fragen:

  1. Wieso ein Blog?
  2. Hand aufs Herz, wie zufrieden bist Du mit deiner ‚Arbeit‘?
  3. Kurzgeschichten: Gute Alternative zu traditionellen (Lang-)Geschichten oder zu wenig Platz um eine Handlung zu erzählen?
  4. Der liebste Autor?
  5. Das beste Genre?
  6. Der sense of wonder („an emotional reaction to the reader suddenly confronting, understanding, or seeing a concept anew in the context of new information“) – wann zuletzt erlebt?
  7. Kannst du die Mitternachtsformel noch?
  8. Lieblingspokemon?
  9. Das Trolley-Problem – Weiche umstellen oder nicht nennen, das ist hier die Frage.
  10. Beeinflusst dich die Politik einer Firma, ihr Produkt zu kaufen/ nicht zu kaufen?
  11. Sechs Wochen bis Weihnachten – wann werden die Geschenke besorgt?

Trailer-Check: Star Wars Episode VII The Force Awakens #2 Teaser

Chewy, we´re home
(Han Solo)

Bedurfte der erste Teaser noch einer gewissen Anlaufzeit, um warm zu werden, schlägt der zweite ein, wie eine Bombe! Da kommt etwas Großes, etwas Gigantisches auf uns zu!

Viel zu sehen gibt es dennoch nicht. Ganz in Abram´scher Manier wird nur das Nötigste vom Nötigen gezeigt, viel soll geheim bleiben, die Spannung oben gehalten werden. Was zu sehen ist, begeistert aber.

Das in Sanddünen eingegrabene Wrack von X-Wing und Sternenzerstörer, das über einen See rasende Jäger-Geschwader, Darth Vaders zerbeulter Helm. Der Teaser lässt auf eine gelungene Symbiose aus Abrams Stil und dem Star Wars Feeling hoffen.

Einziger kleiner Wermutstropfen: Das Design der Sturmtruppler wirkt relativ gewöhnungsbedürftig.

Trailer-Check: Star Wars Episode 7 The Force Awakens


Ein (filmisches) Weltkulturerbe geht in seine zweite Verlängerung. Zwischen 1977 und 1983 begeisterte eine dreiteilige Space Opera zig Millionen Menschen rund um den Globus. Sechzehn Jahre später sollte die Prequel Trilogie Darth Vaders Werdegang beleuchten und nun, ein Jahrzehnt nach dem Ende der Rache der Sith erscheint die dritte Trilogie für die Kinoleinwand.

Bevor wir zum eigentlichen Trailer-Check kommen, bedarf es noch meinem Standpunkt zur Disney-Übernahme und der Ankündigung der neuen Filme. Für mich ist Star Wars die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Anakin Skywalker. Das ganze Expanded Universe (kurz EU, die Bücher, Comics und Videospiele) bereicherte und erweiterte die eigentliche Geschichte ungemein und nahezu ins Unendliche, erschuf ein solch detailliertes und vor allem lebendiges Universum, wie es wohl nur beim Herrn der Ringe schon einmal geschehen ist. Für micht ist Star Wars also eine abgeschlossene Geschichte – vollkommen unabhängig davon, was J. J. Abrams auf die Leinwand bringen wird. Dementsprechend werde ich mich über tolle Sci-Fi-Abenteuer freuen, sollten die Filme gut werden, aber in meinen persönlichen Kanon werden sie nicht eindringen und die Magie und den Mythos der alten Werke werden sie schon gar nicht zerstören können.

Dementsprechend kam die herbe Enttäuschung über den ersten Teaser etwas überraschend. Irgendwie stimmte nichts so ganz darin. Der Opener war extrem mäßig und parodienhaft mit dem plötzlich auftauchenden Sturmtruppler, das Design dieses Astromechs(?) ist gelinde gesagt lächerlich, der Apple-Look der Sturmtruppen-Helme und des Speeders lächerlich und die Fahrt hinter dem Falcon und das neue Lichtschwert-Design waren einfach zu viel. Viel zu ulkig war der Trailer dazu noch die unpassende Synchro-Stimme aus dem Off mit einer nichtssagenden Botschaft. Der einzige Hoffnungsschimmer war der Score und die Sequenz mit den knapp über dem Wasser rasenden X-Wings.

Ich habe ihn mir drei- oder viermal angesehen, sowohl im Original als auch in der Synchro, in der Hoffnung ihm doch irgendwas positives abgewinnen zu können, noch einmal die Magie aufzusagen, irgendwas in ihm zu sehen, was große Teile der Internetgemeinde scheinbar sah. Doch es war vergebens.

Doch glücklicherweise wurde ich noch einmal überrascht. Denn für diesen Blogeintrag habe ich mir den Teaser noch einmal in englischer Sprache angesehen – und es hat gekribbelt. Ich kann nicht sagen, was, wieso oder warum, nur ich habe es gespürt. Die Musik trifft plötzlich mitten ins Herz, die Bilder lassen Erinnerungen aufsteigen. Ja, das Droiden-Design ist immer noch lächerlich, aber der Rest stimmig, wirkt nostalgisch und modern, exakt der Spagaht der von Abrams erhofft wurde. Und bei zweiter Betrachtung ist das Lichtschwert eigentlich schon verdammt cool!