Tucker and Dale vs. Evil (2010)

Tucker and Dale vs Evil (2010)

Tucker and Dale vs. Evil

Tucker and Dale vs Evil (R: Eli Craig, CA 2010, 88min)

Ampel - Gelb

Oh hidy ho officer, we've had a doozy of a day. 
(Tucker)

Freunde fürs Leben sind die beiden Landeier Tucker und Dale. Freunde, die sich nicht im Stich lassen, solche, für die es selbstverständlich ist, einfach mal ein paar Tage frei zunehmen,  raus aufs Land fahren, die neue Ferienhütte herrichten, angeln gehen, Bier schlürfen, ein paar College-Kids abschlachten. Nun, abschlachten ist möglicherweise das falsche Wort, denn die beiden haben keine Ahnung, wie ihnen geschieht als das große Sterben beginnt. Sie wissen nur, dass der eigentlich gemütliche Wochenendtrip in einem blutigen Massaker endet, nachdem sie die bildhübsche Allison vor dem ertrinken retteten.

Eigentlich ganz einfache Idee: Statt zuzusehen, wie Teenager gejagt und getötet werden, rücken die typischen Serienkiller ins Zentrum der Geschichte. Dass die Beiden dabei zwar wie solche aussehen (und sich auch so verhalten), aber nichts Böses im Schilde führen, ist nicht nur ein schöner Bruch mit Genrekonventionen und zahlreichen Klischees, sondern auch verdammt komisch.

Getragen wird die tolle Grundidee dabei vor allem von den sympathischen Helden des Films. Alan Tudyk, besser bekannt als Wash aus der Firefly Serie, und Tyler Labine harmonieren prächtig. Bereits in ihrer ersten Szene, wenn Dale versucht seine trottelige Schüchternheit zu überwinden und mit der Sense in der Hand seine frisch erkorene Herzensdame anspricht, dabei mit Rat und Tat vom Möchtegernaufreißer Tucker unterstützt, sichern sich die beiden einen festen Platz im Herzen des Zuschauers. Die restlichen Darsteller stehen dabei etwas in deren Schatten, erfüllen ihren Job aber zumeist sehr solide. Negativ und nervend fällt lediglich Jesse Moss als leicht wahnsinnige Teenager-Anführer mit später folgendem Two-Face-Look auf.

Und das ist der große Pluspunkt des Filmes. Nicht nur die Protagonisten, der komplette Film ist von Grund auf sympathisch und liebevoll durchdacht und gestaltet. Die abgelegene Hütte, der unheimliche Wald, die zahlreichen kleinen Referenzen, all das ist so wundervoll klischeehaft und doch vollkommen anders gezeichnet, dass das Zuschauen eine Freude ist. Aber hieraus resultiert auch die größte Schwäche des Streifens. In der zweiten Hälfte können gewisse Abnutzungseffekte kaum übersehen werden, der Charme hält weiter an, das Konzept unterhält immer noch, aber die anfängliche Begeisterung verflaut zunehmend. Die skurrile Handlung wird zunehmend vorhersehbarer, die Gagdichte nimmt ab und die Qualität verflacht. Auch das künstlich verlängerte Finale war zu viel des Guten.

Etwas unentschlossen wirkt der Film auch bezüglich seines Genres. Ist doch alles für einen Splatter angerichtet (wenn auch nach einer neuen Rezeptur), folgt aber nur ein relativ sparsamer, und fast schon realistischer Einsatz von Blut, die meisten der Unfälle sind schnell und schmerzlos vorbei.

Es sind kleine Schwächen, die man der skurrilen Idee aber gerne zugesteht, denn sie ist trotz allem in der Lage, für anderthalb Stunden zu unterhalten.

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5 Kommentare zu “Tucker and Dale vs. Evil (2010)”

  1. Ja, finde Tucker und Dale auch ztwei großartige Rollen. Hab bei dem Film sehr lachen müssen an machen Stellen, auch wenn hier und da nicht jeder Gag saß. Aber im Großen und Ganzen ein guter Film, der auch schön genrekritisch daherkommt. Note 2 find ich absolut passend.

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