Media Monday #271

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Den Media Monday gibts hier, mein Geschreibsel über Filme künftig hier, neulich dem Verhältnis von Kino und Serie sowie der Rezension zu 47 Ronin.

1. Für den September habe ich mir vorgenommen, die großen Pläne konsequent(er) zu verfolgen.

2. The Seventh Son reizt mich thematisch ja schon, jedoch halten eine der letzte Trailer, der ziemlich beschwerliche Produktionsverlauf und die teils ziemlich üblen Rezensionen immer von der Sichtung ab.

3. DVD, Blu-ray oder Stream? Ein Stream ist bei mir die pragmatische Lösung, wenn ein Film gerade gesehen werden will, meistens zum ersten Mal. Die besonderen Filme (oder prinzipiell eigentlich alle) will ich schon ganz gerne auch im Regal stehen haben. DVD und Blu-ray sind quasi das Gleiche, meistens greif ich wegen der höhere Qualität hier zur Blu-ray, wenn auch die Anzahl an DVDs in meinem Regel noch höher ist.

4. ____ ist so das mitunter gruseligste, was ich in letzter Zeit gesehen habe, schließlich ____ . Gesehen Stranger Things, auch wenn ich das zwar stellenweise sehr spannend aber nicht unbedingt gruselig fand. Aber ich les momentan Stephen Kings Es endlich einmal und das hat es durchaus in sich.

5. Bei ____ schreckt mich vor allem ab, dass ____ . Siehe Frage 2

6. Scott Pilgrim vs. the World entspricht exakt meinem Humor, denn er ist stellenweise durchaus ziemlich sarkastisch, manchmal auch beinahe düster, nimmt sich aber zu keinem Zeitpunkt ganz ernst.

7. Zuletzt habe ich Fluch der Karibik Teil 1 gesehen und das war auch bei der x-ten Sichtung noch unterhaltsam, weil ____ .

Der König ist tot – lang lebe der König!

Während ich diese Worte schreibe, sitze ich gerade im Flieger zurück nach Deutschland, zurück nach zehneinhalb Monaten in Spanien. Bis diese Worte im World Wide Web lesbar sind, werden noch zwei, drei Woche vergehen. Dieses Mal will ich besser vorbereitet sein.

Ich bin unzufrieden. Unzufrieden, wie sich Mighty-Movies bislang entwickelt, mit Teilen des Designs, mit Teilen des Konzepts, vor allem aber mit dem Inhalt. Seit nun mehr knapp über einem Jahr. Immer, wenn ich mal zwei Wochen nichts zu tun habe, spielte ich mit dem Gedanken Tabula rasa zu machen, einfach alles zu lösche und nochmals von vorne beginnen.

Das mache ich jetzt. Ein sauberer Cut, ein Neuanfang. Beinahe. Mighty-Movies wird zwar weiter existieren und nicht offline genommen werden, jedoch in stark eingeschränktem Betrieb – böse Zungen mögen an dieser Stelle fragen, wie man denn den Betrieb überhaupt weiter einschränken kann. Allerdings wird diese Seite fast ausschließlich noch für diverse Community Elemente und gegebenenfalls für das ein oder andere kurze, plakative Statement genutzt.

Die richtigen Inhalte hingegen, werden künftig unter xsehu Films zu finden sein. Dort werde ich – oder zumindest hoffe ich das – meine Inhalte direkt vernünftig in einem Format und in einer Qualität, wie ich sie mir vorstelle, veröffentlichen. Was heißt aber richtig in diesem Kontext?

Erst mal das Niveau. Bei etwa zwei Dritteln der Beiträge hier bin ich damit hochgradig unzufrieden. Zu häufig Stückwerk ohne wirkliche Tiefe, flapsige Formulierungen, halbgare Argumente. Die Beiträge hier wurden direkt im Editor geschrieben und direkt anschließend veröffentlicht. Die künftigen Beiträge werden alle mit einer gewissen Zeit vorgeschrieben, Korrektur gelesen und erst, wenn sie einen gewissen Standard haben, veröffentlicht. Um das mal in Zahlen zu veranschaulichen: Ich werde jene Beiträge, die mir ansatzweise gefallen überarbeiten und in den neuen Blog übertragen. Dieser Artikel ist Artikel Nummer 196 auf dem Blog. Es werden elf Filmkritiken, eine Episodenkritik sowie die beiden Genre-Artikel nach und nach in xsehu Films eingearbeitet.

Zweitens, die Themen. Inhaltlich habe ich hier fast ausschließlich Film- und Episodenkritiken geschrieben. Deren Anteil wird etwas heruntergefahren, zu Gunsten von anderen Texten über das Medium Film im Allgemeinen. Hauptsächlich passiert dies, da ich diese Themen häufig interessanter finde und so auch persönlich etwas mehr herausziehen kann. Und die positive und überdurchschnittlich hohe Resonanz auf meine beiden Genre-Artikel bestätigt mich in dieser Ansicht. Außerdem gibt es tendenziell ein Überangebot an Filmkritiken im Netz, meistens reicht schon ein kurzer Blick auf IMDB oder Moviepilot um die generelle Stimmungslage zu erfahren.

Der dritte Punkt ist dann ein wenig zweifelhafterer Natur. Man kann mir vermutlich zu Recht vorwerfen, dass ich den Sinn und das Kernelement des Bloggens nicht verstanden habe. Aber ich sehe den informierenden Charakter an der absolut wichtigsten Stelle, den Persönlichen dagegen ziemlich weit hinten. Mighty-Movies wurde diesbezüglich nach und nach verwässert, bis zu einem Punkt, an dem Media-Mondays und Stöckchenspiele den Großteil der Beiträge ausmachen. xsehu Films wird daher nicht einen solchen Beitrag haben und einen professionelleren Charakter innehaben. Wie oben bereits gesagt, wird dieser Blog für Community-Aspekte und vermutlich auch für Meinungen und dergleichen weitergeführt, xsehu Films dagegen einzig inhaltliche Artikel innehaben.

Außerdem kommt jetzt Bewegung in das schon lange geplante Mighty-Netzwerk, wenn auch unter anderem Namen. Mein ursprünglicher Zweitblog wird zur kommenden Woche konsequent (wieder)belebt und zu einer Art Zentrale umfunktioniert. Hier habe ich mir zum Ziel gesetzt, das wöchentliche Wort zum Montag zu schreiben, ein Kommentar zu irgendeinem politischen oder gesellschaftlichen Ereignis, was mich praktischerweise dazu zwingt, die Nachrichten wieder aufmerksamer zu verfolgen. Außerdem wird es dort immer sonntags einen Rückblick geben, was auf anderen Seiten alles veröffentlicht wurde. Außerdem kommt dort noch alles hin, was sonst nirgends thematisch so ganz reinpassen will.

Neben xsehu Films startet heute auch ein zweiter Blog, der sich mit meinem zweitgrößten Zeitfresser beschäftigt. xsehu Sports (der erste Content und Design kommen heute Nacht) schreibt und berichtet über Fußball. Da der Sport deutlich weniger objektiv beurteilt werden kann und zu weiten Teilen auf Emotionen basiert, wird dieser viel subjektiver sein. Beiträge wird es über den deutschen und internationalen Profi-Fußball geben, wo meist auf aktuellere Ereignisse reagiert wird – im Verlauf der nächste Woche wird beispielsweise ein kurzes Schweinsteiger-Porträt kommen, ebenso wie ein paar Worte zum Stuttgarter Zweitliga-Start. Da ich aller Voraussicht nach Mitte Oktober meine alte Mannschaft in Mainz wieder übernehmen werde (inzwischen eine D-Jugend) kann ich mir auch vorstellen so ein wenig Tagebuchartig über die Arbeit als Amateur-Jugendtrainer zu schreiben.

Wofür ebenfalls genug Material vorhanden ist und was bis zum Spätsommer noch kommen wird, ist ein Blog mit (und ein wenig über) Fotographie. Hier hängt es noch ein wenig an der Plattform. Ich weiß noch nicht, inwiefern sich WordPress hierfür eignet und ob eine Seite wie z.B. Tumblr geeigneter ist.

Und zu guter Letzt schon mal als Ankündigung, auch wenn es hierfür definitiv noch nicht genug Geschriebenes gibt: Es wird noch eine weitere Seite geben, die sich mit Geschichten beschäftigt. Das heißt zum einen Rezension von Büchern, zum andern (the dream is still alive!) mit Selbstgeschriebenen.

Ja, ich weiß, dass das nicht unbedingt die klügste Vorgehensweise ist, dass ich mir durch verschiedene selber (unnötige) Konkurrenz mache und es auch klicktechnisch deutlich erfolgsversprechender wäre, einfach alles auf einer Seite zu belassen. Aber ich will alles einfach ein stückweit professioneller gestalten. Und dazu gehören auch klar abgesteckte, thematische Bereiche. Und im Endeffekt ist das alles auch ein Bauchgefühl.

Media Monday #265

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Seit einer halben Woche bin ich wieder in deutschen Gefilden, im alten Kinderzimmer bei meinen Eltern einquartiert. Dort habe ich eines meiner Lieblingsbücher erneut gelesen und bin dabei auf folgende Passage gestoßen – die eine meiner Meinung nach sehr gute Reaktion auf gewisse politische und gesellschaftliche Ereignisse der vergangenen Woche darstellt:

„Sie mögen vor langer Zeit über den Rand der Welt gefallen sein, John, aber für mich gilt das nicht. Noch nicht jedenfalls. Barmherzigkeit zu zeigen ist nicht naiv. Sich wider das Ende der Hoffnung zu behaupten ist nicht Dummheit oder Wahnsinn. Es ist fundamental menschlich. Natürlich ist das Kind dem Untergang geweiht. Wir alle sind dem Untergang geweiht; wir sind alle von Geburt an durch die Sternenfäule vergiftet. Das heißt nicht, dass wir wie Sie der verführerischen Irreführung der Verzweiflung erliegen sollten, der dunklen Strömung, die uns zu ertränken sucht. Sie halten mich vielleicht für dumm, Sie mögen mich einen Narren und einen Verrückten nennen, aber wenigstens stehe ich aufrecht in einer gefallenen Welt. Wenigstens bin ich noch nicht wie Sie vom Rand in den Abgrund gestürzt.“ (Rick Yancey)

Hier aber der Media Monday:

1. ____ muss man ja schon ein Auge zudrücken, aber ____ .

2. Klassischer Zeichentrick oder Animationsfilm? Zeichentrick.

3. Gerald McMorrow hat zwar bisher erst einen Filme gedreht, allerdings war Franklyn ein Volltrefer und einer meiner Lieblingsfilme.

4. Schade, dass die Pläne für ein neues Universal Monsters Universum nach Dracula Untold auf Eis gelegt worden zu sein scheinen.

5. Michael Bay hat ja so seine Momente, v.a. in seinen früheren Werken, aber im großen Ganzen bleibt sein filmisches Werk Schund. Wie ich auf ihn komme? Dank einem Podcast von Schlopsi und dem darin empfohlenen Verweis auf den Begriff Bayhem.

6. ____ ist/sind ja so (ein) typische(s) Klischee(s), ____ .

7. Zuletzt habe ich The Revennant gelesen und das war ziemlich intensiv, weil die über weite Strecken reale Geschichte in all ihrer realistik und der damit verbundenen Härte dargestellt wurde – ich muss endlich den Film nachholen.

Filmtagebuch: Juni 2016

Filmtagebuch

Juni 2016

Das Filmtagebuch – alles gesehenen Filme und Serien (Sitcoms ausgeklammert) im Juni mit einem kurzen Kommentar. Ohne Spoiler, aber mit Andeutungen. Die Bewertung erfolgt auf einer Punkteskala, wobei Serienepisoden keine halben Zwischenschritte haben und zu extremeren Wertungen neigen.

Game of Thrones S06E07 The Broken Man – 8/10 Punkte:
Das tiefe Luftholen vor dem Sprung. Es passiert wenig – sieht man von einer unnötigen Wiederbelebung und dem genialen Auftritt von Brynden ‚Blackfish‘ Tully ab und doch liegt eine große Spannung über dem Nichts. In den nächsten Episoden wird es krachen! 8/10

Game of Thrones S06E08 No One – 6/10 Punkte:
Möglicherweise die schwächste Game of Thrones Episode. Atmosphäre oder Spannung will erst am Ende von der Jagd auf Arya aufkommen. Der Arc um die Belagerung von Riverrun endet enttäuschend.

The Barefoot Contessa (R: Joseph L. Mankiewicz, USA 1954)  6,5/10 Punkte:
Irgendwie schafft The Barefoot Contessa es, über seinen vollständigen Zeitraum hinweg sehr interessant zu sein und trotzdem Langeweile zu verbreiten. Trotzdem verstrahlt er die großartige Aura des klassischen Hollywoods.

The Birds (R: Alfred Hitchcock, USA 1963) – 4,5/10 Punkte:
Eine generell schlecht gealterte Darstellungsweise, sowie v.a. ein überraschend schwaches Drehbuch samt großer Logiklöcher und enorm dumm agierender Protagonisten machen das großartige Konzept zunichte. Nach all den Vorschusslorbeeren eine herbe Enttäuschung.

Game of Thrones S06E09 Battle of the Bastards – 10/10 Punkte:
Klassisch für die Serie wird die vorletzte Folge zum Höhepunkt – soviel lässt sich bereits vor dem Staffelfinale sagen. Ästhetisch ein Genuss, spannend und kinoreif inszeniert. Dramaturgisch zwar ohne Überraschungen, aber mit gelungenem Abgang einer der Figuren.

North by Northwest (R: Alfred Hitchcock, USA 1959) – 7,5/10 Punkte:
Nicht, auch wenn oft so angepriesen, Hitchcocks größtes Meisterwerk, aber dennoch ein sehr guter Thriller, der mit seinen starken Dialogen glänzt.

House of Cards S01E01 Chapter I – 8/10 Punkte:
One Man Show eines verratenen und auf Rache dürstenden Kevin Spacey. Intelligente Unterhaltung und ein interessanter und realistischer Blick hinter politische Kulissen.

Brazil (R: Terry Gilliam, USA 1985) – 8/10 Punkte:
Gilliams Dystopie über eine vollständig durchbürokratisierte und herzlose Welt glänzt insbesondere durch ihren Kontrast zwischen

House M.D. S06E08 Teamwork – 7/10 Punkte:
Ein Höhepunkt der Intrigen des Dr. House. Der medizinische Fall wird zur Nebensache, Houses Manipulationen rücken einmal mehr ins Zentrum.

Game of Thrones S06E10 The Winds of Winter – 10/10 Punkte:
Still, beinahe sensibel, wird eine Bombe nach der andern hochgehen gelassen. Nicht überraschend, aber überaus dramatisch inszeniert und mit einem großartigen Soundtrack unterlegt.

Teenwolf (R: Rod Daniel, USA 1985) – 7/10 Punkte:
Gelungene Coming-of-Age Komödie der etwas anderen Art, die mit jeder einzelnen Pore 1980er Jahre schreit.

Kung Fu Hustle (R: Stephen Chow, CN 2004) – 6,5/10 Punkte:
Unterhaltsamer Trash, mit totaler Over-the-Top-Action.

Warcraft: The Beginning (R: Duncan Jones, CN/USA 2016)  7,5/10 Punkte:
Wenig innovatives, aber dennoch sehr unterhaltsames Fantasyspektakel mit einem angenehm und überraschend hohen Grad an Brutalität sowie einer gewissen Kompromisslosigkeit. Das Rad wird nicht neu erfunden, aber ein gelungener Beginn einer neuen Kino-Serie.

The Legend of Hercules (2014)

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The Legend of Hercules

The Legend of Hercules (R: Renny Harlin, USA 2014, 99min)

Ampel - Gelb

 Have you come to bring the wrath of Zeus upon me, boy?
(Amphitryon)

Inhalt: Der grausame, doch beinahe unbesiegbare Amphitryon unterwirft große Teile Griechenlands, als ihm von seiner Frau ein zweiter Sohn geboren wird. Doch es ist nicht sein Sohn, es ist der Sohn des Zeus – geboren mit dem Versprechen, die Tyrannei des Amphitryon zu beenden. Der Halbgott wächst im Schatten seines Bruders, den Erben des Reichs, auf, obwohl er diesen so deutlich überragt.

Kurz nachdem seine große Liebe Hebe Iphikles versprochen wird, befindet sich Herkules auf einer militärischen Mission gen Ägypten – ohne Aussicht auf Erfolg. In die Sklavenschaft verkauft und in Gladiatorenarenen gezwungen, schwört er Rache. Um Hebe aus den Klauen seines Bruders zu retten, um dem Land Frieden zu bringen und den Tyrannen zu stürzen und, um endlich seine Rolle als Sohn des Zeus einzunehmen.

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Rezension: Style over substance ist meist eine schlechte Idee. Es gibt Ausnahmen, ohne Zweifel, wenn tolle Bilder oder eine stilvolle Inszenierung über dünne Handlungen und Charaktere hinwegtrösten, Kingsman oder Scott Pilgrim wären hier zu nennen. Eine weitere Ausnahme, 300, hat zweierlei bewirkt: Ein gesteigertes Interesse am Historienfilm, ebenso wie eine gewisse Popularität einer besonders stillistischen Inszenierung. Zack Snyder gelang dabei, was seinem Nachfolger Noam Murro mit 300: Rise of an Empire verwehrt blieb: Trotz gigantischer narrativer Schwächen entstandt dank einer besonderen Bildsprache ein sehenswerter Film über die Schlacht an den Thermopylen.

The Legend of Hercules ist einer der Filme, die sich selber in die Nachfolge von 300 stellen wollen – und dabei grandios scheitern. Schon in den ersten Sekunden wird die Richtung offensichtlich. Regisseur Renny Harlin versucht sich in einem großen Actionspektakel, verlässt sich dabei aber zu sehr auf eine misslungene Bildästhetik.

mv5bmjm4mjk2nzm3nv5bml5banbnxkftztgwmdc2otg3mde-_v1__sx1078_sy478_Die Story bietet an sich einige durchaus interessante Aspekte. Ein Halbgott, der der Sklaverei entkommt um eine Rebellion gegen den tyrannischen König anzuführen – prinzipiell Stoff einer epischen Erzählung. Aber nur im Prinzip. Denn das Drehbuch wird vor allem durch die missratenen Charaktere ruiniert. Es gibt eine schwarz-weiß Zeichnung der einfachsten Art, der noble, heldenhafte Herkules und seine Freunde auf der einen Seite, der machtgierige und grausame König und sein wahnsinniger und schwacher Sohn auf der anderen Seite. Die Figuren verlieren sich – ebenso wie die komplette Handlung – so sehr in Stereotypen, dass kaum mehr als gähnende Langeweile übrig bleibt. Der Sandalenfilm bedarf keines komplexen Plots; The Legend of Hercules schrammt aber mit seinen dumm agierenden Charakteren, seinen überladenden Klischees und Logiklöchern an einer Beleidigung des Publikums vorbei. Man könte an dieser Stelle auch die Schauspieler kritisieren, doch es darf bezweifelt werden, ob bei einem solchen Drehbuch überhaupt eine bessere schauspielerische Interpretation der seichten Charaktere mögllich ist.

Was man dem Film zu Gute halten kann, ist, dass seine Figuren – soweit das bei Legenden und Sagen möglich ist – tatsächlich historisch verbürgt sind. Das ist dann aber bereits alles. Insbesondere, da die Darstellung der einzelnen Protagonisten der Überlieferung komplett zuwiderläuft. Die inkonsequente Nutzung der Namen aus römischer und griechischer Mythologie ist dabei noch das kleinste Problem. Weder der irdische Vater von Herkules noch sein Bruder waren dem Wahnsinn anheim gefallen oder vor Neid auf den Halbgott zerfressen, im Gegenteil, sie kämpften an seiner Seite. Auch die kurze Episode über den Kampf gegen den Nemeischen Löwen weiß zumindest bedingt zu überzeugen, wird aber – wie soviel anderes innerhalb des Films – unmittelbar durch die folgende Szene mit dem Eifersuchtsdrama Iphikles´ zunichte gemacht.

mv5bmtcxmdkymze4mv5bml5banbnxkftztgwmji1njq3mde-_v1__sx1078_sy478_Betrachtet man sich anschließend die Ästhetik des Films muss man sogar zum Schluss kommen, dass der inhaltliche Teil die starke Seite des Films ist. Wenige überzeugende Einstellungen sind durchaus vorhanden, diese werden aber unverzüglich durch weniger gute Ideen zerstört. Vollkommen deplatzierte Zeitlupen in einer selten gekannten Fülle vernichten immer wieder den Bilderstrom und werden an Peinlichkeit nur durch die merkwürdige Stilisierung und den Körperkult um Hercules übertroffen. Dazu kommt noch fehlender Mut während der zahlreichen, aber meist schlecht inszenierten Actionszenen. Eine drastischere und explizitere Darstellung von Gewalt hätte möglicherweise auf visueller Ebene noch einiges retten können, wurde aber zu Gunsten einer PG-13 Freigabe wieder verworfen. Und für einen Film, der eigentlich über seine Bilder kommen möchte – und der mit einem Budget von 70 Millionen ausgestattet war – sind die Visual Effects überraschend schlecht.

Fazit: In The Legend of Hercules passt leider gar nichts. Eine schlechte Handlung wird in beinahe experimentellen, aber absolut falsch gewählten Bildern via laienhafter Darsteller erzählt. Vieles erinnert an ein studentisches Projekt, bei denen die Gruppe das Glück hat, dass einer der Väter eine hochprofessionelle Filmausrüstung besitzt. Eine verpasste Chance und vergeudetes Potential.

COM: BUMM! KRAPUFF! BÄÄÄÄNG BÄÄÄNG!

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Anmerkung: Hab erst im Nachhinein gesehn, dass es sich ursprünglich um ein Gewinnspiel handelte und dass Frage 6 ein Lückentext war – entsprechend zwei Antworten von mir.

Zwischen Prüfungen und Strand mal wieder ein Lebenszeichen: Ein von Franzi via Moviepilot übermitteltes Stöckchenspiel – in aller Kürze:

1. Beschreibe das Genre Actionfilm in einem Wort!

Schnell.

2. Wer ist dein liebster Actionfilm-Regisseur?

Hier müsste man erstmal über die Genre-Grenzen sprechen – und hier sehe ich eigentlich schon das Action-Genre als solches nicht gegeben. Christopher Nolan und Sergio Leone sind so ziemlich meine liebsten Regisseure und die meisten Filme der beiden ließen sich meist auch als Action-Filme sehen, entsprechend würde ich noch am ehesten mit denen gehen. Oder Guy Ritchie!

3. Welche Filmexplosion hat deinen Subwoofer an seine Grenzen getrieben?

Der Sound der seismischen Bomben aus Star Wars Episode II: Attack of the Clones war recht geil.

4. Welche scheppernde Actionszene ging dir am meisten unter die Haut?

Den Angriff auf Pearl Harbor im gleichnamigen Film fand ich enorm heftig – es ist auch die einzige Szene, die mir in Erinnerung blieb; neben der etwas merkwürdigen Liebesbeziehung.

5. Welcher ist dein liebster Faustkampf im Film?

Robert Downey Jr. als Sherlock Holmes in Guy Ritchies actionreicher Adaption des Stoffs.

6.1 Bei „Hot Fuzz“ habe ich Lust auf mehr Actionfilme mit Schwänen und Miniaturdörfern bekommen.

Freut mich für den mir unbekannten Moviepiloten, der diese Fragen erstellt hat🙂 Hot Fuzz hat Spaß gemacht, von den zwei der drei Filmen der Cornetto-Trilogie, die ich gesehen habe aber der schlechteste – Shaun of the Dead war besser!

6.2 Bei Taken habe ich Lust auf mehr Actionfilme mit diesem kompromisslosen Stil bekommen.

7. Wer ist die beste One-(Wo)man-Army?

Der größte Krieger aller Zeiten: Achilleus!

Vom Genre II: Die Meta-Genres

Stirb Langsam (1988)
Die Hard

Filmgenres lassen sich dabei grob in jene einteilen, die über ihr Setting, ihre Handlung oder über eine transportierte Emotion funktionieren. Auch das Zielpublikum spielt eine gewisse Rolle. Ein Western kann nur in den Vereinigten Staaten im ausgehenden 19. Jahrhundert funktionieren, ebenso wie der Gangster-Film eines kriminellen Milieus bedarf. Für den Action-Film wiederrum ist es egal, ob Terroristen eine Weihnachtsfeier stürmen und die Frau eines Polizisten sich unter den Geiseln befindet oder ob Arbeiter einer Ölplattform eines Asteroiden zerstören müssen, ehe er die Erde erreicht. Es geht um den möglichst spektakulären Kampf Einzelner gegen eine verschiedengearteten Übermacht. Diese kann ein bösartiges Regime sein, ein Schurke der die Weltherrschaft anstrebt oder auch eine Naturkatastrophe sein. Und letztlich jene Filme, die in erster Linie den Zuschauer emotional zu manipulieren versuchen, wie der angsterzeugende Horrorfilm oder der fesselnde Thriller.  Ausnahmen, wie der Alpen-Western Das finstere Tal (R: Andreas Prochaska, DT/AU 2014), bestätigen die Regeln.

From Dusk Till Dawn
From Dusk till Dawn

Grenzen einzelner Genres sind fließend – nicht nur bei Filmen wie From Dusk Till Dawn (R: Quentin Tarantino, USA 1996), die bewusst auf halber Strecke ihr Genre wechseln. Alien (R: Ridley Scott, USA 1979) verschmelzt gekonnt Elemente aus Horror und Science Fiction-Film, The Godfather (R: Francis Ford Coppola, USA 1972) ist ein im Setting des Kriminalfilms angesiedeltes Familien-Melodram und Raiders of the Lost Ark (R: Steven Spielberg, USA 1981) vermischt den Abenteuerfilm mit Action und Fantasy. So ist es wenig verwunderlich, dass sich kaum ein Film eindeutig einem einzigen Genre zuordnen lässt.

Fließend ist aber nicht nur die Kategorisierung einzelner Filme, sondern auch die bloße Existenz einzelner Genres. Es gibt unzählige Subgenres und Stilrichtungen, bei denen unklar ist, ob sie überhaupt als eigenes (Sub)Genre verstanden werden dürfen. Berühmtestes Beispiel sollte die Diskussion sein, ob der Film noir ein eigenes Genre bildet, oder aber ob er lediglich ein filmischer Stil ist. Beispielsweise aber auch das Superheldenkino, das mit seinen festen Konventionen als eigenes Genre oder aber als Bestandteil des Science-Fiction-Kinos begriffen werden kann, ob der Anti-Kriegsfilm – bei dem bereits die Bezeichnung als Anti-Kriegsfilm zumindest fragwürdig ist – ein Ableger des Action-Films ist, oder andersrum, ob der Action-Film überhaupt existiert und nicht viel eher Auswirkung eines Stilmittels und eine bloße Erzählweise ist. Auch unterliegen die einzelnen Genres einem permanenten Wandel und neue Genres entstehen in großer Regelmäßigkeit.

In der Filmwissenschaft haben sich insgesamt zehn Meta-Genres herauskristallisiert, die aber zum einem in erster Linie ein theoretisches Konstrukt und in der Praxis in ihrer Reinform kaum erreichbar sind zum anderen auch nicht unumstritten sind. Diese Meta-Genres werden im Folgenden kurz dargestellt:

Winchester 73
Winchester 73

Der Western ist so ziemlich das am eindeutigsten zu identifizierende Genre. Er spielt im Nord-Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts und verhandelt den Ur-Konflikt zwischen Zivilisation und Wildnis, meist in Formeiner gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Farmern und Indianern oder Gesetzeshüter und marodierender Bandenmitglieder. Spielarten des klassischen Western finden sich beispielsweise im Italo-Western, im Indianerwestern oder im Neo-Western.

Im Musical werden die entscheidenden Konflikte des Films via Tanz und Gesang ausgetragen. Gewöhnlich bedient sich das Musical in seiner Handlung und seinem Setting bei anderen Genres, wie dem Melodrama, der Komödie oder dem Western.

Modern Times
Modern Times

Die Komödie versucht den Zuschauer zum Lachen zu bringen. Dieses Genre definiert sich ausschließlich über seine emotionale Wirkung und beinhaltet ein breitgefächertes Angebot an Schauplätzen und Figurenkonstellationen. Spielweisen der Komödie sind u.a. die Liebeskomödie, der Parodien, Slapstick-Komödien oder die Teenie-Komödie.

Der Liebesfilm erzählt von der Liebe zweier Protagonisten, die entgegen diverser Umstände und Widrigkeiten zu Stande kommt oder eben diesen widerstehen muss. Es existieren zwei grundlegend verschiedene Richtungen des Liebesfilms: Hat der Film einen heiteren und unterhaltsamen Charakter, so bezeichnet man ihn als Romanze, dominieren Fatalismus und Tragik wird vom Melodram gesprochen.

Im Abenteuerfilm werden große und epische Reisen und spannende Abenteuer erzählt. Dieser hat eine sehr große Spannweite und reicht vom Mantel- und Degenfilm über den Piraten- und Ritterfilm bis zum Roadmovie. Im Abenteuerfilm erfreuen sich Fantasy-Elemente einer zunehmenden Beliebtheit.

Lord of the Rings
The Lord of the Rings

Im Phantastischen Film tritt das Übernatürliche in drei verschiedenen Formen in Erscheinung: durch Technologie im Science-Fiction-Film, durch das Bedrohliche im Horror-Film und durch das Wunderbare im Fantasy-Film. Die Science-Fiction handelt von Zukunftsvisionen, sowohl technischer als auch dystopischer oder utopischer Art und von intergalaktischen Konflikten. Im Horror-Film werden die Urängste des Menschen durch den Einfall von Monstern und Geistern verhandelt, während im grundsätzlich positiv konnotierten Fantasy-Film Stoffe aus internationale Märchen, Sagen und Legenden neu erzählt werden.

Kriminalfilme handeln von Verbrechen und ihrer Aufklärung – aus Perspektive der Ermittler im Polizei- oder Detektivfilm, aus Perspektive der Täter im Gangsterfilm. Auch der Thriller mit seinen verschiedenen Spielarten ist meist im Kriminalfilm angesiedelt.

Saving Private Ryan
Saving Private Ryan

Auch der Kriegsfilm hat eine grundsätzliche Zweiteilung: Je nach ideologischer Ausrichtung wird er als Anti-Kriegsfilm oder als Propagandafilm bezeichnet. Weitere Perspektiven werden im Söldnerfilm, dem Kriegsabenteuer oder auch dem Gefangenenlagerfilm hinzugefügt. Der Kriegsfilm thematisiert, wie der Name schon sagt, Kriegshandlungen aus unterschiedlichen Epochen.

Der Erotische Film ist das zweite Meta-Genre, das sich über seine emotionale Intention definiert. Er handelt von der Darstellung und Erzeugung sexuellen Begehrens. Sie sind entweder implizit, wie im Erotikthriller und nähern sich häufig dem Melodram an, oder explizit in Hardcore- und pornographischen Filmen.

Im Kinder- und Jugendfilm werden andere Genres für die jeweilige Zielgruppe adaptiert. Viele Animationsfilme sind auf ein jüngeres Publikum ausgelegt, ebenso wie zahlreiche Komödien und Coming-of-Age-Filme. In jüngerer Vergangenheit erfreute sich der auf ein jugendliches Zielpublikum ausgelegte Science-Fiction-Film einer immer größeren Beliebtheit.

< Part I: Repetition und Variation – Part III: Abgrenzungen des Genrekino >

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